{"id":101365,"date":"2012-08-27T00:11:46","date_gmt":"2012-08-27T00:11:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=101365"},"modified":"2012-08-27T08:59:55","modified_gmt":"2012-08-27T08:59:55","slug":"kinder-von-suchtkranken-eltern-benotigen-besondere-aufmerksamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=101365","title":{"rendered":"Kinder von suchtkranken Eltern ben\u00f6tigen besondere Aufmerksamkeit"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt. In Hessen wohnen mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, deren Eltern suchtkrank sind, das legt eine Sch\u00e4tzung des Bundesmodellprojekts Trampolin nah. Dies berichtete der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner heute anl\u00e4sslich der Fachtagung &#8220;Kinder aus suchtbelasteten Familien\u201c der Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen e.V. (HLS), die gemeinsam mit dem Hessischen Sozialministerium und der Techniker Krankenkasse veranstaltet wurde. \u201eEtwa 30 bis 40 Prozent der betroffenen Kinder sind gef\u00e4hrdet, sp\u00e4ter selbst einmal suchtkrank zu werden\u201c, erkl\u00e4rte Gr\u00fcttner. \u201eSie entwickeln zudem in vielen F\u00e4llen psychische oder soziale Sch\u00e4den.\u201c Eine gute Nachricht sei, dass rund ein Drittel der Kinder keine Sch\u00e4den davontrage.<!--more--><br \/>\nDie Zahlen zeigten jedoch, so der Sozialminister weiter, wie wichtig eine verl\u00e4ssliche Struktur von Hilfesystemen f\u00fcr Familien, Kinder und Jungendliche ist, in dem alle beteiligen Akteure abgestimmt t\u00e4tig sind. Er verwies auf die Initiativen der Hessischen Landesregierung zum Kinderschutz: \u201eDie Netzwerke der Fr\u00fche Hilfen, deren Aufgabe die Vernetzung der beteiligten Fachleute ist, leisteten hier wertvolle Arbeit.\u201c In den Netzwerken arbeiteten m\u00f6glichst alle Ansprechpartnerinnen und -partner sowie Anbieter von Leistungen und Hilfen f\u00fcr werdende Eltern und Eltern mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr zusammen, um Pr\u00e4vention und Hilfen abzustimmen und zu optimieren. Netzwerkpartner sind die Einrichtungen und Dienste der \u00f6ffentlichen und freien Jugendhilfe, relevante Akteure aus dem Gesundheitswesen, Beratungsstellen nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz und die Einrichtungen der Fr\u00fchf\u00f6rderung. Eine Netzwerkkoordinierungsstelle organisiert die Arbeit nach innen und au\u00dfen.<\/p>\n<p>Zudem seien die Familienhebammen ein wichtiger Pfeiler der Familienhilfen in Hessen, unterstrich Gr\u00fcttner. Sie kommen in Familien mit besonderem Unterst\u00fctzungsbedarf zum Einsatz. 188 Familienhebammen habe der hessische Hebammenverband im Auftrag des Hessischen Sozialministeriums bereits fortgebildet, informierte der Sozialminister. Viele von ihnen seine bereits ein fester Bestandteil der \u00f6rtlichen Hilfeangebote geworden. \u201eEs freut mich, dass auch in diesem Jahr circa 20 weitere Familienhebammen dazukommen. Sie haben ein besonderes Gesp\u00fcr f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse von Familien und k\u00f6nnen auch auf schwierige Situationen, wie zum Beispiel Suchtkrankheiten, reagieren\u201c, sagte Gr\u00fcttner. \u201eBereits heute arbeiten Familienhebammen oft eng mit der Suchthilfe zusammen.\u201c.<\/p>\n<p>Auch das Hessische Kindergesundheitsschutz-Gesetz sei ein wichtiger Baustein im System der Hilfen f\u00fcr Familien, Kindern und Jugendlichen und zeige Wirkung. \u201eDurch die verpflichtenden U-Untersuchungen wird es m\u00f6glich, gef\u00e4hrdete Kinder zu erkennen und ihnen fr\u00fchzeitig Hilfe zukommen zu lassen. Anzeichen f\u00fcr gesundheitliche Probleme und Kindeswohlgef\u00e4hrdung werden fr\u00fch erkannt, Beratung, Behandlung und Fr\u00fchf\u00f6rderung verhindern nachteilige Entwicklungen\u201c, betonte Sozialminister Gr\u00fcttner. Die Teilnahme an den Untersuchungen konnte bereits auf eine Teilnahmequote von 98 Prozent gesteigert werden.<\/p>\n<p>\u201eErwachsene, die vermuten, dass Eltern eines Kindes Suchtprobleme haben, wissen oft selbst nicht, wie sie sich verhalten sollten und schauen eher weg&#8221;, sagte Dr. Barbara Vo\u00df, Leiterin der Techniker Krankenkasse in Hessen. Dabei seien fr\u00fchzeitige, kompetente und gut vernetzte Hilfsangebote die einzige Chance, diesen Kindern zu einem kindgerechten Leben zu verhelfen, so Vo\u00df weiter.<\/p>\n<p>Der Leiter der HLS, Wolfgang Schmidt-Rosengarten, verwies auf die besondere Herausforderung im Umgang mit Kindern und Eltern aus suchtbelasteten Familien: \u201eHier zeigt die Erfahrung, dass gut funktionierende regionale Netzwerke ein fr\u00fchzeitiges Handeln beschleunigen. Damit dies gelingt, muss Aufkl\u00e4rungsarbeit geleistet werden. Die heutige Tagung hat daf\u00fcr eine gro\u00dfe Chance geboten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Frankfurt. In Hessen wohnen mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, deren Eltern suchtkrank sind, das legt eine Sch\u00e4tzung des Bundesmodellprojekts Trampolin nah. Dies berichtete der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner heute anl\u00e4sslich der Fachtagung &#8220;Kinder aus suchtbelasteten Familien\u201c der Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen e.V. 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