{"id":100833,"date":"2012-08-11T00:09:11","date_gmt":"2012-08-11T00:09:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=100833"},"modified":"2012-08-10T19:56:29","modified_gmt":"2012-08-10T19:56:29","slug":"sternenreiche-rhon-ist-durchaus-ein-realistisches-ziel-region-gut-geeignet-fur-anerkennung-als-sternenpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=100833","title":{"rendered":"\u201eSternenreiche Rh\u00f6n\u201c ist durchaus ein realistisches Ziel &#8211; Region gut geeignet f\u00fcr Anerkennung als \u201eSternenpark\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/sternenhimmel_rotes_moor.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-100834\" title=\"sternenhimmel_rotes_moor\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/sternenhimmel_rotes_moor.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"525\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rh\u00f6n. Ein Naturpark und Biosph\u00e4renreservat ist die Rh\u00f6n schon lange, jetzt k\u00f6nnte sie auch ein \u201eSternenpark\u201c werden. Dies ist jedenfalls das Ziel der \u201eInitiative zum Schutz der Nacht\u201c. Sabine Frank aus Tann wirbt seit einiger Zeit auf vielen Veranstaltungen f\u00fcr eine \u201esternenreiche Rh\u00f6n\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>Ein Sternenpark ist ein Gebiet, in dem k\u00fcnstliche Lichtquellen eingeschr\u00e4nkt werden, damit der Mensch wieder einen ungest\u00f6rten Blick auf den Sternenhimmel genie\u00dfen kann. F\u00fcr eine Hobbyastronomin wie Sabine Frank ist dies nat\u00fcrlich eine Herzensangelegenheit. Aber nicht nur Sternengucker werden nach ihren Darstellungen etwas von einer weniger hellen Beleuchtung der Landschaft haben. Denn die so genannte \u201eLichtverschmutzung\u201c beeintr\u00e4chtigt auch das Wohlbefinden der Menschen: So sorgt direkte Blendung nachts f\u00fcr Unsicherheit bei Verkehrsteilnehmern, und schlecht ausgerichtete Stra\u00dfenbeleuchtungen leuchten oft auch in die benachbarten H\u00e4user.<\/p>\n<p>Sabine Frank empfiehlt, bei hochgezogenen Rolll\u00e4den zu schlafen, da bei einem gleitenden Lichtwechsel auch das im Schlaf produzierte lebenswichtige Hormon Melatonin effektiver wirkt. Au\u00dferdem werde durch falsche Ausrichtung der Beleuchtung viel Energie verschwendet \u2013 nach Franks Darstellungen 1,7 Milliarden Kilowattstunden j\u00e4hrlich, die f\u00fcr unn\u00fctzes Licht ausgegeben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Traurige Ber\u00fchmtheit in Nachtsch\u00fctzerkreisen der Rh\u00f6n habe die Beleuchtung der Kirche in Br\u00fcchs (Stadtteil von Fladungen), die ein besonders extremes Beispiel von Lichtverschwendung und -verschmutzung sei. Dar\u00fcber hinaus leide auch die Umwelt. Insekte n auf der Langen Rh\u00f6n legten oft mehrere Kilometer zur\u00fcck, um sich im Schein heller Lampen zu tummeln. Profitieren davon w\u00fcrden lediglich die Flederm\u00e4use, die an diesen Orten die Insekten leicht abfangen k\u00f6nnten und so daf\u00fcr sorgten, dass es immer weniger Kerbtiere in der Rh\u00f6n gebe. Zudem w\u00fcrden Millionen von Insekten an Stra\u00dfenlaternen und anderen Beleuchtungen sterben.<\/p>\n<p>Durch Skybeamer w\u00fcrden zudem V\u00f6gel gest\u00f6rt, die durch die ungewohnten Lichtquellen die Orientierung verl\u00f6ren. Hier setzt Frank an, die ihre Erkenntnisse im Rahmen einer Arbeit an der Hochschule Fulda erlangt hat. \u201eAnscheinend war das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n nur f\u00fcr den Schutz des Tages zust\u00e4ndig, \u00fcber den Schutz der Nacht fand man keine Aussagen\u00e2\u20ac\u009d, erkl\u00e4rt sie. Dies soll sich jetzt \u00e4ndern. Die ARGE Rh\u00f6n, die Arbeitsgemeinschaft der f\u00fcnf Rh\u00f6ner Landkreise, hat sich dieses Themas angenommen. Teilweise, so Frank, herrschten in der Rh\u00f6n schon fast ideale Bedingungen f\u00fcr einen Sternepark. Solche Sternenparks gibt es bisher vor allem in d\u00fcnn besiedelten Gebieten wie den US-amerikanischen W\u00fcsten.<\/p>\n<p>Da Teile des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n \u00fcber eine ungest\u00f6rte und nat\u00fcrliche Nachtlandschaft verf\u00fcgen und diese erhalten und verbessert werden sollen, hatten die f\u00fcnf Landr\u00e4te der ARGE Rh\u00f6n im Vorfeld bereits die Antragstellung zu einer internationalen Anerkennung als Sternenpark beschlossen. Daf\u00fcr ist es notwendig, dass eine energieeffiziente k\u00fcnstliche Beleuchtung eingesetzt wird, die m\u00f6glichst wenig Licht an den Himmel abstrahlt. Um den aktuellen Zustand zu dokumentieren, wurden bereits zahlreiche Leuchten in den besonders sternreichen Gebieten kartiert und klassifiziert. Aber auch in Zukunft soll Beleuchtung eingesetzt werden, die m\u00f6glichst umweltfreundlich ist. Um dies zu gew\u00e4hrleisten, wurden die regionalen Energieversorger jetzt zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in die Hessische Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n auf der Wasserkuppe eingeladen.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Interesse an dieser Veranstaltung zeigte sich darin, dass Vertreter vom \u00dcberlandwerk Rh\u00f6n, der SynEnergie Fulda und EON Bayern der Einladung gefolgt waren und sich erstmalig in diesem Rahmen trafen. Bei einer kurzen Vorstellung des Projektes wurde der Schutz der Nacht durch eine Zonierung des Sternenparks vorgeschlagen. In den noch nahezu nat\u00fcrlich dunklen Gebieten der Rh\u00f6n, die ohnehin bereits gesch\u00fctzte Gebiete sind, sollte m\u00f6glichst kein k\u00fcnstliches Licht installiert werden. Die daran angrenzenden Kommunen sollten dann die Beleuchtung so einsetzen, dass der Himmel und die Umwelt m\u00f6glichst wenig beeintr\u00e4chtigt werden. Dies wird beispielsweise durch den Einsatz gut abgeschirmter Leuchten und von Leuchtmitteln mit m\u00f6glichst geringen Blauanteilen erreicht.<\/p>\n<p>In der sich anschlie\u00dfenden Diskussion zeigte sich, dass die Anforderungen zum Schutz der Nacht und einer modernen Beleuchtung gut vereinbar und realisierbar sind. Ebenso wurde deutlich, dass nicht den Beleuchtungsplanern, sondern gerade den Kommunen als Entscheidern eine hohe Verantwortung f\u00fcr eine nachhaltige Lichtplanung zukommt. Hierbei d\u00fcrfte vor allem das Argument, dass optimierte moderne Beleuchtung ein gro\u00dfes Einsparpotenzial besitzt, von Bedeutung sein.<\/p>\n<p>Im September und Oktober soll im Groenhoff-Haus eine Ausstellung zum Thema \u201eSternenpark Rh\u00f6n und Lichtverschmutzung\u201c stattfinden, zu der auch die regionalen Energieversorger mit einbezogen werden sollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Ein Naturpark und Biosph\u00e4renreservat ist die Rh\u00f6n schon lange, jetzt k\u00f6nnte sie auch ein \u201eSternenpark\u201c werden. Dies ist jedenfalls das Ziel der \u201eInitiative zum Schutz der Nacht\u201c. 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