{"id":100752,"date":"2012-08-09T00:12:09","date_gmt":"2012-08-09T00:12:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=100752"},"modified":"2012-08-08T11:20:25","modified_gmt":"2012-08-08T11:20:25","slug":"auf-den-spuren-hessischer-auswanderer-nach-russland-in-der-stadt-budingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=100752","title":{"rendered":"Auf den Spuren Hessischer Auswanderer nach Russland in der Stadt B\u00fcdingen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/2012_08_08_Multiplikatorenschulungen-Fulda-B\u00fcdingen2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-100753\" title=\"2012_08_08_Multiplikatorenschulungen Fulda B\u00fcdingen2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/2012_08_08_Multiplikatorenschulungen-Fulda-B\u00fcdingen2-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" \/><\/a>Fulda\/B\u00fcdingen. Die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, hat Anfang Juli 2012 und Anfang August 2012 die beiden Multiplikatorenschulungen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland besucht und die Gr\u00fc\u00dfe der Hessischen Landesregierung, insbesondere von Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier und von Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner \u00fcberbracht.<!--more--><br \/>\nBei der Veranstaltung in Fulda referierte die Landesbeauftragte \u00fcber die neue H\u00e4rtefallregelung im Bundesvertriebenengesetz und informierte die Teilnehmer auch anhand von Fallbeispielen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der nachtr\u00e4glichen Einbeziehung von Ehegatten und Abk\u00f6mmlingen in den Aufnahmebescheid eines bereits in Deutschland befindlichen Sp\u00e4taussiedlers. Die geforderte H\u00e4rte sei dann gegeben, wenn die Versagung der nachtr\u00e4glichen Einbeziehung sich \u201ebelastend auf die pers\u00f6nliche oder famili\u00e4re Situation auswirkt\u201c, und zwar entweder auf Seiten des bereits hier lebenden Aussiedlers oder auf Seiten seines im Herkunftsland verbliebenen Ehegatten oder Abk\u00f6mmlings.<\/p>\n<p>\u201eDer Beirat f\u00fcr Sp\u00e4taussiedlerfragen beim Bundesministerium des Innern, dem ich seit rund drei Jahren angeh\u00f6re, hat sich auch mit den k\u00fcnftigen Leitlinien \/ Verwaltungsvorschriften zu diesem Gesetz besch\u00e4ftigt. Die Mitglieder des Beirates haben sich sehr konkret daf\u00fcr eingesetzt, dass der Begriff der \u201eH\u00e4rte\u201c deutlich gro\u00dfz\u00fcgiger ausgelegt werden muss als bei Familienzusammenf\u00fchrungen nach den Bestimmungen des Aufenthaltsrechts\u201c, so die Landesbeauftragte.<\/p>\n<p>Weiteres Thema in Fulda war das Bundesgesetz zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschl\u00fcssen und das geplante Hessische Anerkennungsgesetz, das nach der Sommerpause im Hessischen Landtag beraten werden soll. Die Gesetzgebungszust\u00e4ndigkeit der L\u00e4nder beziehe sich insbesondere auf Lehrer-, Sozial-, \u201eHelfer\u201c- und Ingenieurberufe. Ein weiterer wichtiger Punkt war das Nachqualifizierungsprojekt f\u00fcr arbeitslose Lehrerinnen und Lehrer unter den Sp\u00e4taussiedlern in Hessen, das ein wichtiges Zeichen der Wertsch\u00e4tzung und Anerkennung und gleichzeitig ein Beitrag gegen den Lehrermangel in unserem Land sei.<\/p>\n<p>Die Multiplikatorenschulung in B\u00fcdingen fand unter dem Titel \u201eHistorische Forschung \u00fcber die Wolgadeutschen\u201c statt, wobei der Historiker Dr. Eisfeld die nach heutigem Sachstand vorliegenden Forschungsergebnisse vorstellte und sehr interessante Ausf\u00fchrungen zu dem Themengebiet machte. Frau Merkel zeigte den Film \u201eDeutsche in Russland\u201c. H\u00f6hepunkt der Multiplikatorenschulung in B\u00fcdingen war eine sachkundige Stadtbegehung auf den Spuren Hessischer Auswanderer nach Russland unter F\u00fchrung des B\u00fcdinger Archivars\u00c2\u00a0 Dr. Decker. Er zeigte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die vor 250 Jahren f\u00fcr das Auswanderungsgeschehen der Deutschen nach Russland historisch bedeutsamen Orte und Geb\u00e4ude der Stadt und f\u00fchrte die Gruppe in die Kirche, das Rathaus und \u00fcber den zentralen Marktplatz, auf dem sich seinerzeit die ersten rund 300 Auswanderungswilligen zum Aufbruch in die fremde Welt aufgestellt haben. Den hoch beeindruckten Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern pr\u00e4sentierte er ein Original Kirchenbuch aus dem Jahr 1766, aus dem anhand der kurz vor der Auswanderung erfolgten Eheschlie\u00dfungen die Namen der Auswanderer nachvollzogen werden konnten. Dr. Decker ging ebenso wie die Landesbeauftragte auf die Tatsache ein, dass B\u00fcdingen bei der Auswanderung der Deutschen aus Russland eine zentrale Rolle gespielt habe. In B\u00fcdingen gab es ein Anwerbeb\u00fcro und eine Sammelstelle f\u00fcr Auswanderungswillige. Die meisten Auswanderer, die im 18. Jahrhundert den Weg in die Weiten des Russischen Zarenreichen gewagt h\u00e4tten seien aus Hessen gekommen.<\/p>\n<p>Frau Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf stellte fest, dass Hessen eine besondere Verantwortung f\u00fcr diese Menschen sehe und die Patenschaft \u00fcber die Wolgadeutschen \u00fcbernommen habe. \u201eIch darf Ihnen versichern, dass ich diese Patenschaft immer gerne begleitet habe und sie auch weiterhin unterst\u00fctzen werde\u201c, betone die Landesbeauftragte. Sie ging auf die geplanten Veranstaltungen im Jahr 2013 aus Anlass des 250. Jahrestages der Ver\u00f6ffentlichung des Einladungsmanifestes von Zarin Katharina II. ein und informierte dar\u00fcber, dass bereits Gespr\u00e4che mit dem Bundesvorstand und dem Landesvorstand der Landsmannschaft gef\u00fchrt worden seien.<\/p>\n<p>Frau Ziegler-Raschdorf\u00c2\u00a0 berichtete in diesem Zusammenhang auch dar\u00fcber, dass das Hessische Sozialministerium gemeinsam mit der Stiftung \u201eVertriebene in Hessen\u201c einen Dokumentarfilm in Auftrag gegeben hat, in dem die Auswanderung, Vertreibung, Deportation und Verbannung der Deutschen innerhalb Russlands und die R\u00fcckkehr in die Heimat gezeigt werden.<\/p>\n<p>Nach Ausf\u00fchrungen zur schweren Geschichte der Russlanddeutschen stellte die Landesbeauftragte fest, dass die Hessische Landesregierung das gro\u00dfe Leid anerkenne, dass die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion erleiden mussten. \u201eWir erkennen die damit verbundene Verantwortung an und verstehen die zu uns gekommenen Sp\u00e4taussiedler als Bereicherung f\u00fcr unsere Gesellschaft. Hessen wird auch in Zukunft ein verl\u00e4sslicher Partner der Deutschen aus Russland sein\u201c, soweit die Landesbeauftragte.<\/p>\n<p>Zum Abschluss gab Frau Ziegler-Raschdorf noch Informationen zur Erzieher-Kampagne des Hessischen Sozialministeriums und \u00fcber die Voraussetzungen zur Aufnahme in die Fachschulen f\u00fcr Sozialp\u00e4dagogik. Auch Sp\u00e4taussiedler\/Innen sollten hier ihre Chancen nutzen.<\/p>\n<p>Foto: Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf (1. Reihe, 3. v. links), Projektleiterin Rosa Emich (4. v. links) sowie der B\u00fcdinger Archivar Dr. Decker mit dem Kirchenbuch aus dem Jahr 1766 im Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Multiplikatorenschulung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in B\u00fcdingen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/B\u00fcdingen. 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