{"id":100613,"date":"2012-08-02T00:13:04","date_gmt":"2012-08-02T00:13:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=100613"},"modified":"2012-08-01T17:56:34","modified_gmt":"2012-08-01T17:56:34","slug":"stufenweise-wiedereingliederung-wird-in-hessen-zu-wenig-genutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=100613","title":{"rendered":"Stufenweise Wiedereingliederung wird in Hessen zu wenig genutzt"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main. Herzinfarkt, Krebs, R\u00fcckenprobleme oder Depression \u2013 so lautet meist die Diagnose bei Arbeitnehmern, die l\u00e4nger als sechs Wochen im Jahr krankgeschrieben sind. Obwohl diese Diagnosen bei der Techniker Krankenkasse in Hessen nur etwa f\u00fcnf Prozent der rund 360.000 Arbeitsunf\u00e4higkeits-F\u00e4lle im Jahr 2011 ausmachten, waren sie f\u00fcr fast die H\u00e4lfte der 4,13 Millionen Fehltage verantwortlich. Zum pers\u00f6nlichen Schicksalsschlag kommt eine lange Arbeitspause, die oft nicht leicht wieder aufzuholen ist. Deshalb bieten Krankenkassen die so genannte stufenweise Wiedereingliederung an. <!--more--><br \/>\n&#8220;Der Patient kann ausprobieren, was er leisten kann, ohne den Druck zu haben, sofort wieder voll einsatzf\u00e4hig sein zu m\u00fcssen&#8221;, sagt Daniela B\u00fcrger, Pr\u00e4ventionsberaterin der TK in Hessen. Allerdings werde diese M\u00f6glichkeit noch zu wenig genutzt. 2011 haben lediglich rund 2.500 hessische TK-Versicherte davon Gebrauch gemacht. Das entspricht 16 Prozent der Langzeitkranken in Hessen. Im Vergleich der Bundesl\u00e4nder lag die Quote in Berlin mit neun Prozent noch niedriger, in Baden-W\u00fcrttemberg mit 19 Prozent etwas h\u00f6her. &#8220;Der \u00dcbergang von krank zu gesund ist flie\u00dfend. Deshalb w\u00fcrden wir uns w\u00fcnschen, dass noch mehr Langzeitpatienten diese Chance nutzen w\u00fcrden, um die eigene Belastungsf\u00e4higkeit zu testen&#8221;, erkl\u00e4rt die TK-Expertin.<\/p>\n<p>In Absprache mit dem Patienten erstellt der behandelnde Arzt einen Wiedereingliederungsplan, der genau festlegt, \u00fcber welchen Zeitraum er wie viele Stunden arbeiten kann. Dieser Plan wird Arbeitgeber sowie Krankenkasse vorgelegt und wenn n\u00f6tig angepasst. &#8220;Zun\u00e4chst arbeitet der Mitarbeiter nur wenige Stunden t\u00e4glich. In den folgenden vier bis acht Wochen wird das Pensum bis zur vollen Arbeitszeit gesteigert&#8221;, sagt B\u00fcrger. W\u00e4hrend der Wiedereingliederung gilt der Patient weiterhin als arbeitsunf\u00e4hig, deshalb bekommt er in der Regel auch weiter Krankengeld. Nur wenn der Arbeitgeber sich freiwillig bereit erkl\u00e4rt, Lohn zu zahlen, oder Selbstst\u00e4ndige Einnahmen erzielen, ruht das Krankengeld oder wird entsprechend gek\u00fcrzt. Krankengeld wird wegen derselben Erkrankung f\u00fcr bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gezahlt.<\/p>\n<p>Auch wenn der Patient eine ambulante oder station\u00e4re Rehabilitation auf Kosten der Rentenversicherung gemacht hat, kann er mit einer stufenweisen Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zur\u00fcckkehren. In der Regel erstellt dann der betreuende Arzt der Rehabilitationseinrichtung den Wiedereingliederungsplan. Statt Krankengeld wird dem Patienten von der Rentenversicherung ein \u00dcbergangsgeld bezahlt, bis er wieder seinen vollen Lohn erh\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Frankfurt am Main. Herzinfarkt, Krebs, R\u00fcckenprobleme oder Depression \u2013 so lautet meist die Diagnose bei Arbeitnehmern, die l\u00e4nger als sechs Wochen im Jahr krankgeschrieben sind. 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