Fulda. Nachdem die Entscheidungen über die Konzessionsvergabe in den Gemeinden des ÜWAG-Netzgebiets getroffen sind, zieht der führende osthessische Energieversorger eine erfolgreiche Bilanz: Fast 30 Gemeinden im Netzgebiet haben erneut langfristige Konzessionsverträge mit der ÜWAG geschlossen. Darüber hinaus hat die ÜWAG in den benachbarten Bundesländern neue Gemeinden hinzugewonnen und wird dort das Stromnetz von E.ON Bayern AG bzw. E.ON Thüringer Energie AG übernehmen. Die Konzession für das Stromnetz der Stadt Fulda läuft erst Ende 2012 aus.
In den vergangenen beiden Wochen haben die letzten noch ausstehenden Kommunen, die Marktgemeinde Burghaun und die Stadt Bad Soden-Salmünster, einer Konzessionsvergabe an die ÜWAG zugestimmt. Damit konnte das Energieversorgungsunternehmen die Herausforderung zum Neuabschluss aller Ende 2011 auslaufenden Verträge „über die Nutzung öffentlicher Verkehrswege für die Stromversorgung“, wie der Konzessionsvertrag offiziell heißt, erfolgreich abschließen. 28 von 30 auslaufenden Verträgen wurden über die Dauer von 20Â Jahren erneuert.
„Die Entscheidungen der Gemeinden sind ein sehr deutlicher Vertrauensbeweis“, betonte ÜWAG-Vorstand Dipl.-Ing. Günter Bury und versicherte: „Wir werden uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. Wir entwickeln die Netze kontinuierlich weiter und richten sie auf die Erfordernisse der Energiewende aus.“ Denn die Stromnetze seien einer der wesentlichen Faktoren, von denen der Erfolg der Energiewende abhänge. Ein Netzbetreiber stelle sicher, dass Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, an das Stromnetz angeschlossen werden und die Energie dezentral einspeisen können. Gleichzeitig sorge er dafür, dass stets Stromeinspeisung und Stromverbrauch im Gleichgewicht seien – eine Grundvoraussetzung für die Stabilität des Netzes und dafür, dass der Verbraucher jederzeit über Strom verfügen könne.
Vertragsunterzeichnung mit der Marktgemeinde Burghaun
Anlässlich der Unterzeichnung des Konzessionsvertrags am 7. September betonte Alexander Hohmann, Bürgermeister von Burghaun, dass viele Regelungen des Vertrags den gesetzlichen Vorgaben entsprächen. Von Bedeutung sei aber, so der Bürgermeister, dass im neuen Konzessionsvertrag zwischen der ÜWAG als Energieversorger und der Marktgemeinde Burghaun auch Regelungen zu den Themen erneuerbare Energien und Elektromobilität getroffen worden seien. Wörtlich erklärte er: „Energieversorger und Gemeinde zeigen damit, dass sie sich gemeinsam der großen Aufgaben einer sicheren und nachhaltigen Energieerzeugung stellen. Denn Kommunen und regionale Energieversorger müssen auf der Grundlage erneuerbarer Energie zukünftig die tragenden Stützen der Energieversorgung werden.“
Zuwachs in Bayern und Thüringen
Das ÜWAG-Netzgebiet erstreckte sich bislang im Süden von Bad Soden-Salmünster bis nach Haunetal und Hohenroda im Norden. Lediglich im Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben sich zwei Gemeinden gegen einen Neuabschluss mit der ÜWAG entschieden. Allerdings ging es dort jeweils nur um die Versorgung einzelner Ortsteile, während der größere Gemeindeteil seit jeher von einem anderen Unternehmen versorgt wurde.
Bereits im Frühjahr hatten die fränkischen Sinngrund-Gemeinden Obersinn, Mittelsinn, Aura und Fellen sowie die Marktgemeinde Zeitlofs Konzessionsverträge mit der ÜWAG geschlossen. Dies bedeutet, dass die ÜWAG die örtlichen Stromnetze von E.ON Bayern übernehmen wird. Das ÜWAG-Netzgebiet wird damit zum zweiten Mal nach Anfang 2010 mit dem Zuwachs durch die Gemeinde Motten im Süden über die Landesgrenze hinweg wachsen. Rund 6.000 Einwohner umfasst das Gebiet, für das die ÜWAG in Bayern künftig zuständig sein wird.
Ähnliches gilt für die zwei Gemeinden Merkers-Kieselbach und Frauensee im thüringischen Wartburgkreis mit insgesamt rund 4.000 Einwohnern, die das Netzgebiet der ÜWAG zusätzlich im Nordosten erweitern werden. In weiteren Gemeinden in Thüringen stehen die Entscheidungen über die Konzessionsvergabe noch aus.
Sieben (Teil-)Kommunen mit insgesamt 10.000 Einwohnern hat die ÜWAG damit neu hinzugewinnen können, während sie lediglich zwei Teilgemeinden mit insgesamt 500 Einwohnern abgeben wird. Damit wird die Zahl der Menschen, die über das ÜWAG-Stromnetz versorgt werden, auf etwa 260.000 anwachsen.
Stadt Fulda: Entscheidung 2012
Das Interessenbekundungsverfahren für die Konzession der Stadt Fulda, die Ende 2012 abläuft, ist mittlerweile abgeschlossen. Hier hat die ÜWAG bereits ein Angebot vorgelegt.
Hintergrund: Konzessionsvertrag
Ein Konzessionsvertrag wird zwischen einer Kommune und einem Energieversorger abgeschlossen. Er regelt das Nutzungsrecht für die öffentlichen Flächen, welche für die Verlegung und den Betrieb eines Versorgungsnetzes (z. B. Strom oder Gas) zugänglich und nutzbar sein müssen. Zusätzlich sind Regelungen über die Qualität, die Bedingungen und die Leistungen im Zusammenhang mit dem Netzbetrieb enthalten. Die Vergütung, die der Energieversorger der Gemeinde für die Konzession zahlt, ist in der Konzessionsabgabenverordnung festgelegt. Aufgrund der langfristigen Investitionen in die meist unterirdisch verlegten Leitungen werden Konzessionsverträge meist über 20 Jahre abgeschlossen.