Fulda. Zum 4. Mal nahm die Konrad-Zuse-Schule an dem Projekt IdA – Integration durch Austausch teil. 12 Schülerinnen der Konrad-Zuse Schule in Hünfeld konnten sich auf die Übergabe ihres Europass-Mobilität freuen, den sie für ihren vierwöchigen Praktikumsaufenthalt im türkischen Izmir erwarben. Die Schülerinnen wurden von der Konrad-Zuse-Schule für ihre Teilnahme an dem Projekt ausgewählt, das von der EU-Projektleitung Petra Meyerhenke der Firma Grümel in Fulda organisiert wird. Das ESF-finanzierte Programm verfolgt das Ziel, Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Übergang Schule – Ausbildung bzw. Ausbildung – Beruf mittels Auslandspraktika den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern“, erklärt Meyerhenke.Â
So ging dem Projekt eine intensive Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt voraus, der einen Sprachkurs, interkulturelle Aspekte und die Vorbereitung auf das Praktikum in Izmir beinhaltete. „ Die Schülerinnen sind bereits in dieser Zeit sehr engagiert obwohl immer noch große Unsicherheit zu spüren sind“, so Meyerhenke. Nach der ersten Orientierung in Izmir und einem Sprachkurs vor Ort begannen die Schülerinnen ihre Tätigkeit in verschiedenen Praktikumsbetrieben, wobei ein Tag in der Woche der Unterricht der zutreffenden Berufsschule in Izmir besucht wurde.
Die Schülerinnen konnten berufliche Einblicke in den unterschiedlichen Bereichen wie Kindergarten, Hotelküche und Hotelservice, in einer Bäckerei, im Zoo, im Fitnessbereich und auch in einem Krankenhaus erhalten. Wohlgefühlt haben sie sich alle – auch wenn viele am Anfang etwas nervös waren. „Am ersten Tag war ich sehr unsicher, da ich nur ein bisschen türkisch konnte. Ich hatte Angst, dass man mich nicht versteht”, gibt die l6-iährige Louisa Dräger zu. Doch die Herzlichkeit ihrer Kollegen in der Bäckerei zerstreuten ihre Bedenken schnell. Das Eis brach endgültig, als Louisa zum Abendessen eingeladen wurde. Kulturelle Unterschiede haben Jesica Kliesch und Michaela Scheer festgestellt, die ihr Praktikum in einem Kindergarten absolvierten. „Es gibt einen richtigen Stundenplan und auch Klassenräume – man kommt sich fast wie in einer Schule vor”, sagte die 17-jährige Jesica.
Auch die Freizeitgestaltung kam nicht zu kurz. Die ersten Tage in Izmir wurden für ausgiebige Erkundungsgänge genutzt. Ihr Türkisch trainierten sie „in harten Verhandlungsrunden mit den Verkäufern” auf dem Basar, ein Höhepunkt war der Besuch der Hisar-Moschee. An den Wochenenden standen Ausflüge aufs Land auf dem Programm, so zum Beispiel in den Nationalpark von Manisa und zu den weißen Kalksteinfelsen von Pamukkale.
„Auch im nächsten Jahr können wir mit dem Projekt weiteren Interessierten einen Lernaufenthalt im europäischen Ausland zu ermöglichen“, freut sich Meyerhenke. Die begleitenden Lehrkräfte der Konrad-Zuse-Schule Ramona Schmidt und Peter Paulheim sind begeistert davon, welche Selbstständigkeit und Selbstsicherheit die Mädchen in Izmir entwickelt haben. ,,Dafür lohnt es sich, personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen”, sagt Gerhard Herget, Schulleiter der Konrad-Zuse-Schule.