Eine beruhigende Tendenz: Zwar ist 2017 die Zahl an Verkehrsunfällen in Hessen um 6,3 Prozent auf 150.014 gestiegen, dafür gab es aber 19 weniger Unfalltote als im Vorjahr – 213 insgesamt, das ist der niedrigste Stand seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahre 1950! Zuletzt berichteten wir 2008 von einem historischen Tief von 316 Verkehrstoten, was einen klaren Abwärtstrend erkennen lässt. Auch die Anzahl der Schwerverletzten ist auf dem niedrigsten Stand aller Zeiten, gab der hessische Innenminister Peter Beuth bekannt. Zudem kam letztes Jahr in Hessen kein einziges Kind im Straßenverkehr ums Leben.
Bilanz und Zukunftspläne
Diese Entwicklung führt die Polizei nicht nur auf einen konstant hohen Kontrolldruck zurück, sondern sie erklärt den Erfolg auch mit ihren langjährigen Aufklärungsmaßnahmen zur Verkehrssicherheit: Insbesondere verweist sie auf die 2015 begonnene Rettungsgassenkampagne – denn eine korrekt gebildete Rettungsgasse ist unbedingte Voraussetzung dafür, dass Rettungskräfte rechtzeitig am Unfallort eintreffen können, um lebensgefährlich Verletzten medizinische Hilfe zu leisten.
Im Zuge der Kampagne wurden über 350.000 Flyer verteilt, außerdem Plakate in Behörden und Institutionen sowie Bannern an Brücken angebracht – sie sollten sie das Sicherheitsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer verbessern. Die hessische Regierung plant, diese Informationsstrategie auch in Zukunft weiter fortzusetzen, damit die vermittelten Inhalte weiter präsent bleiben. Neue Werbemittel wie informative Faltblätter, bedruckte Parkscheiben, Aufkleber für Einsatz- und Privatfahrzeuge sowie Werbespots wurden bereits in Auftrag gegeben.
Wie die Polizei Aufklärung betreibt
Neben der täglichen Kriminalitätsbekämpfung gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der deutschen Polizei, die Bevölkerung über Verkehrssicherheit (sowie viele andere Präventionsthemen) aufzuklären. Das passende Stichwort lautet “verhaltensorientiertes Sozio-Marketing” (oder aus dem Englischen: “Social Marketing”): Eine Form des Marketings, das sich auf problematisches und deshalb veränderungsbedürftiges Verhalten bezieht – in diesem Fall rücksichtloses und verantwortungsloses Fahren.
Werbemittel wie Plakate werden in der Regel in Zusammenarbeit mit verschiedenen Initiativen gestaltet und von einem professionellen Dienstleister in großer Stückzahl hergestellt. Das umfangreiche Medienangebot der Polizei klärt über typisches Fehlverhalten im Straßenverkehr auf, dazu zählen etwa riskante Überholmanöver, unachtsames Rückwärtsfahren oder falsches Abbiegen. Die wichtigste Zielgruppe der Aufklärungsbemühungen sind dabei 18- bis 24-jährige Autofahrer, da diese für den Großteil der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten und Toten verantwortlich sind. Die häufigste Unfallursache ist nach wie vor: überhöhte Geschwindigkeit.
Andere Aufklärungsmaßnahmen umfassen Informationsveranstaltungen wie die 1. Bundesweite Verkehrssicherheitsaktion “Junge Fahrer”, die am 12. April an der Wigbertschule in Hünfeld stattfand.
Über bevorstehende Events kann man sich im Veranstaltungskalender der Polizei Hessen informieren.

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