Klassische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Antriebslosigkeit. Betroffenen fällt es oftmals schwer, den Alltag ohne zusätzliche Schlaf- und Ruhepausen zu meistern. Eine Verlangsamung des Stoffwechsels kann ebenfalls zu Verstopfung und Trägheit führen.
Funktion
Die Schilddrüse ist vergleichbar mit einem Schaltzentrum, das den Aktivitätshaushalt des Körpers mit Hilfe von Hormonen reguliert. Die Schilddrüse sitzt unterhalb des Kehlkopfes und empfängt Signale von Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse. Sie gibt die Informationen an andere Körperorgane, um deren Aktivität zu steigern oder zu verringern. Außerdem hat die Schilddrüse Einfluss auf Wachstum und Wohlbefinden. Normalerweise reguliert sich dieser Mechanismus von selbst. Bei manchen Menschen gerät er aber außer Kontrolle, was zu einer Über- oder Unterfunktion führen kann.
Eine Störung kann verschiedene Ursachen haben. Bei Erwachsenen ist eine Autoimmunerkrankung (Hashimoto Thyreoiditis) am weitesten verbreitet. Hierbei stuft das Immunsystem das Schilddrüsengewebe aus unerklärlichen Gründen als “körperfremd” ein und produziert Antikörper. Diese führen dazu, dass sich die Schilddrüse entzündet, weniger Hormone produziert, und die Stoffwechselfunktion sinkt. Andere Gründe sind eine angeborene Unterfunktion, Strahlentherapie, Operationen und chronischer Jodmangel.
Diagnose
Oftmals wenden sich Patienten aufgrund der Symptome an ihren Arzt. Die Diagnose erfolgt häufig über einen Bluttest, mit dem man die Schilddrüsenhormone und gegebenenfalls Antikörper feststellen kann. Bei manchen Menschen vergrößert sich die Schilddrüse auch zu einem “Kropf” und kann dann ertastet oder mit Ultraschall untersucht werden.
Therapie
Die Behandlung einer Unterfunktion hängt von der Ursache ab. In den meisten Fällen wird Thyroxin (T4) in Tablettenform verabreicht. Thyroxin ist ein Hormon, das von der Schilddrüse produziert und in der Leber und anderen Geweben in die aktive Form T3 umgewandelt wird. Bei einer Unterfunktion kann man somit den Hormonmangel ausgleichen und die feine Regulation dem Körper selbst überlassen. Da dieses Medikament oftmals lebenslang eingenommen werden muss und sich die Hormonwerte im Laufe der Zeit ändern können, sollten die Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden.