Vielfalt ist viel Wert. Doch die biologische Vielfalt, die Biodiversität, ist von vielen Seiten bedroht. Weltweit beobachten Experten seit Jahren einen drastischen Rückgang der Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer genetischen Variabilität.
Auch in Hessen findet ein Verlust der biologischen Vielfalt statt. So sind nach Angaben des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in den letzten 230 Jahren mehr als 140 Pflanzenarten ausgestorben, Brutbestände einiger Arten gesunken – zum Beispiel beim Kiebitz in den letzten 30 Jahren um 85 Prozent – , und die Flussperlmuschel, die ursprünglich in den Gewässern des Vogelsbergs, der Rhön, des Spessarts und des Odenwalds verbreitet war, gilt inzwischen als ausgestorben. Gleichzeitig gibt es in Hessen aber auch erste Erfolge zu verzeichnen, wie die Rückkehr des Luchses, die Wiederausbreitung der Wildkatze oder die Bestandszunahmen großer Vogelarten, wie des Wanderfalkens oder des Uhus.
Weil die Erhaltung der Biodiversität als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gilt, wurde vor fast genau drei Jahren von der hessischen Landesregierung die Hessische Biodiversitätsstrategie verabschiedet und inzwischen inhaltlich weiterentwickelt. Mit der Hessischen Biodiversitätsstrategie will das Land Hessen dem Verlust an biologischer Vielfalt entgegenwirken und Aktivitäten zum Erhalt der natürlichen Lebensräume und Arten und ihrer genetischen Vielfalt fördern. Eine hohe Vielfalt im Tier- und Pflanzenbereich ist wesentliche Voraussetzung für einen intakten Naturhaushalt. Sie ist für den Menschen unverzichtbar, weil nur sie Lebensgrundlagen wie sauberes Wasser, saubere Luft und gesunde Ernährung nachhaltig sichern kann.
Im Rahmen einer gemeinsamen Konferenz von Stadt und Landkreis Fulda, die am Montag, 13. Juni, von 16 bis 19 Uhr im Propsteihaus in Petersberg stattfindet, werden die Ziele und Möglichkeiten der Strategie auf lokaler Ebene aufgezeigt. Folgende fünf Themenschwerpunkte werden beleuchtet: Grundsätzliches zur Umsetzung der hessischen Biodiversitätsstrategie, Naturschutzarbeit in der Gemeinde, Fledermausschutz im urbanen Bereich, landwirtschaftliche Biodiversitätsberatung sowie Finanzierungsmöglichkeiten und Organisatorisches zur Biodiversitätsstrategie.
Es referieren Detlef Szymanski vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Herbert Schmitt vom NABU Peterberg, Stefan Zaenker von der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda e.V. sowie Martina Behrens vom Beratungsteam Pflanzenbau, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Alle lokalen Akteure und interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zu der Konferenz eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.