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Außergewöhnliche Weiterbildung macht fit für den Berufsalltag

46 von insgesamt 50 Auszubildenden aus allen Einrichtungen der Mediana Gruppe trafen sich Anfang Januar zu einer betriebsinternen Weiterbildung. Die Organisatoren von Mediana Akademie um Projektleiterin Patricia Bott hatten die dreitägige Veranstaltung unter das Motto Kommunikation gestellt.

Der Geschäftsführer der Mediana Gruppe, Hans-Karl Diederich, begrüßte die Nachwuchskräfte in der Verwaltungszentrale im Josefsgarten und ging in seiner Ansprache darauf ein, wie wichtig Kommunikation miteinander, im Berufsalltag und im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen ist. 
Ein weiterer wesentlicher Inhalt der “Azubitage 2015” war das Zusammentreffen der Auszubildenden aus allen drei Ausbildungsjahrgängen, um sich kennenzulernen, sich auszutauschen und gemeinsam ihre Lehrzeit zu reflektieren. “Wir nutzen diese Projekttage auch, um von den Teilnehmern zu erfahren, wie es ihnen persönlich geht, wie sie in ihren Einrichtungen begleitet und betreut werden, ob es Verbesserungsbedarf gibt und welche Maßnahmen gut ankommen”, erläutert Patricia Bott das Konzept. “Dadurch, dass die Mitarbeiter in unterschiedlichen Einrichtungen arbeiten, in unterschiedliche Bildungsstätten gehen und unterschiedliche Praxiszeiten haben, bleibt während der Arbeitszeit oder in der Schule kaum Zeit, Erfahrungswerte zu erörtern. Das wollen wir mit den Projekttagen erreichen. Hier soll ebendieser Form der Kommunikation auch Raum gegeben werden und aus den gewonnenen Erkenntnissen können wir gemeinsam den Praxisalltag verbessern”, ist Bott überzeugt.

Gemeinsame Mittagessen, die an allen drei Tagen durch das ausgezeichnete Küchenteam im Wohnstift organisiert wurden, trugen zum Gemeinschaftsgefühl ebenso bei, wie ein gemütliches Beisammensein, das Abwechslung vom anstrengenden Berufsalltag bedeutete.
Der erste Tag des intensiven Austauschs wurde durch einen Vortrag von Mediana Mobil-Dozentin Esther Jordan zum Thema “Kommunikation – verbal/nonverbal, kongruent/inkongruent und aktives Zuhören” abgerundet.
Für den zweiten Tag hatten sich die Verantwortlichen von Mediana Akademie ein besonderes “Highlight” ausgedacht. Tanja Streller und Andreas Hartmann, die freiberuflich als Clowns-Coaches arbeiten und für die Stiftung “Humor hilft Heilen” im Einsatz sind, überraschten die Teilnehmer mit einem außergewöhnlichen Workshop. Die Stiftung, die von Dr. Eckart von Hirschhausen – Arzt, Kabarettist und Autor – ins Leben gerufen wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder in Krankenhäusern, in Hospizen, Patienten in Rehakliniken und pflegebedüftige und demenzkranke Menschen in Senioreneinrichtungen mit viel Humor ein wenig Lebensfreude zu schenken und den Alltag zu verschönern.
Witzige Einlagen wechselten sich mit Bewegungs- und Partnerspielen zum Thema “Wahrnehmung” ab, und immer waren Musik und herzhaftes Lachen aber auch Stille wesentliche Bestandteile des Kurses. Schon nach kurzer Zeit hatten die erfahrenen Coaches die Auszubildenden in ihren Bann gezogen. Übungen wie “Führen und geführt werden”, bei denen ein Partner den anderen mit lockerer Hand, geschlossenen Augen oder gar rückwärts über Stühle führen muss, und bei denen nicht gesprochen wird, schärften die Sinne und ließen die Teilnehmer ihre Umgebung, das Miteinander und die non-verbale Kommunikation in einem völlig anderen Licht erscheinen.

Der dritte Azubi-Projekttag stand im Zeichen der “Deeskalation”. Dietmar Bug, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, Verfahrenspfleger und Deeskalationstrainer, setzte Theorie und Praxis von Streitigkeiten in einen inhaltlichen Zusammenhang. In seiner These “Deeskalation beginnt von außen” ging er ebenso auf die Arbeitsorganisation in den Einrichtungen ein, wie auch auf die innere Grundhaltung des Menschen. Am Beispiel des “4 Ohren Modells” nach dem deutschen Psychologen Friedmann Schulz von Thun, bei dem die Sachebene, die Beziehungsebene, die Selbstoffenbarungsebene und die Appellebene beleuchtet werden, erläuterte er den Auszubildenden, wie man Konflikte auflösen kann. Mit praktischen Übungen zu Abwehr und Fluchttechniken sowie Rollenspielen zum Thema verbale Deeskalation endete ein dreitägiges Fortbildungsprogramm, das die Teilnehmer beeindruckt, aber mit vielen neuen Impulsen und Erfahrungen versehen, in ihren Arbeitsalltag entließ.

“Die großartige Resonanz unserer Auszubildenden auf diese Art der Fortbildung hat uns darin bestärkt, auch zukünftig Projekttage anzubieten”, freut sich Organisatorin Patricia Bott über den außergewöhnlichen Erfolg. Darüber hinaus soll im Sommer ein Ausflug stattfinden, der auf Wunsch der Teilnehmer in einen Freizeit- oder Erlebnispark führen wird. Einer Anregung der Azubis kommen die Mitarbeiter von Mediana Akademie besonders gerne nach: Zukünftig wird Patricia Bott monatlich zum “Jour Fixe” mit den Auszubildenden in den jeweiligen Einrichtungen zusammenkommen, um Unterstützung und Begleitung anzubieten, den direkten Austausch zu suchen und somit bestehenden Wünschen oder Problemen unmittelbarer nachkommen zu können.

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