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Marktgemeinde Burghaun übergibt zwei Feuerwehrfahrzeuge im Wert von 376 000 Euro

DSC_0011_SchlüsselübergabeBurghaun. Premiere in der Marktgemeinde: Zum ersten Mal wurde der Freiwilligen Feuerwehr Burghaun zwei Fahrzeuge übergeben. Die Wehrleute sind jetzt mit einem neuen Gerätewagen Logistik (GWL) und einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20) ausgestattet. Dafür wurden 376 000 Euro investiert, wobei der Feuerwehrverein für den GWL rund 10 000 Euro aus der eigenen Kasse sowie 600 Stunden Eigenleistung beigesteuert hat.

Mit ihrem stattlichen Eigenanteil hat die Burghauner Wehr, die mit ihren Kameraden aus der elsässischen Partnergemeinde Mertzwiller vor den neuen Fahrzeugen angetreten war, eindrucksvoll demonstriert, dass sich für sie mit dieser Beschaffung des GWL ein langgehegter Wunsch erfüllte. „Die Burghauner Wehr wollte schon immer einen richtigen LKW mit Hebebühne. Dieser Wunsch war insbesondere als feuerwehrtechnische Antwort auf die Entwicklung im gewerblichen Bereich in unserer Marktgemeinde geschuldet“, sagte Bürgermeister Alexander Hohmann. Von den neuen Fahrzeugen, die bei der Feuerwehr des Kernorts Burghaun stationiert sind, profitierten aber auch alle anderen Feuerwehren und die Einwohner in der Marktgemeinde, betonte Hohmann.

Feuerwehrbedarfsplan konsequent abgearbeitet

DSC_0020_SegensspendungDer Bürgermeister wies darauf hin, dass in den vergangenen zwölf Jahren der Bedarfsplan im Brandschutzwesen „konsequent abgearbeitet“ wurde. Dies betraf nicht nur die Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen, die bei allen Wehren komplett durch Neue ersetzt wurden. (Die Wehren im Kiebitzgrund und in Steinbach erhalten ihre Fahrzeuge noch im Laufe dieses Jahres.“) sowie des Gerätes und der Ausstattung. „Wir haben alle Feuerwehrhäuser saniert oder umgebaut. Aktuell läuft noch die Maßnahme in Schlotzau“, so Hohmann. Auch wurde der Digitalfunk eingeführt und gemeindeübergreifend beim Feuerwehrstützpunkt in Hünfeld die gemeinsame Atemschutzwerkstatt etabliert. Dabei wies der Bürgermeister daraufhin, dass „gemeindeübergreifendes Handeln im Feuerwehrwesen auch bei Einsätzen in Zukunft immer wichtiger“ werde.

„Ich kann daher feststellen, dass sich unsere Feuerwehren insgesamt auf dem neuesten Stand befinden und damit der Investitionsstau erfolgreich aufgelöst werden konnte. Im Sinne der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger können wir beruhigt in die Zukunft schauen“, sagte Hohmann.

Herausfordernde Zukunftsaufgaben in Angriff nehmen

DSC_0081_HLF_20Allerdings stünden die Burghauner Wehren auch vor herausfordernden Zukunftsaufgaben. Dabei richtete der Bürgermeister den blick auf die Mitgliedergewinnung und die Stärkung der Arbeit in den Jugendwehren ebenso, wie auf die Sicherung der Tagesalarmsicherheit. Er kündigte an, dass in der zweiten Jahreshälfte ein gemeinsam mit Gemeindejugendfeuerwehrwart Steffen Hohmann erarbeitetes Konzept den Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll.

Zu den Anschaffungskosten für die beiden neuen Feuerwehrfahrzeuge in Höhe von 376 000 Euro (40 000 Euro für den GWL (gebrauchtes Fahrgestell), 336 000 Euro für das HLF 20 (Neufahrzeug)) und ihrer Rechtfertigung sagte Bürgermeister Hohmann: „Die Bürgerinnen und Bürger unserer Marktgemeinde haben eine beachtlich hohe Summe in diese Anschaffungen investiert. Diese Investition gilt für das kommende viertel Jahrhundert. So lange werden die Fahrzeuge ihren dienst tun müssen. Haushalterisch heißt das, dass umgerechnet 15 000 Euro pro Jahr investiert wurden, was umgerechnet auf die aktuelle Bevölkerungszahl der Marktgemeinde Burghaun monatlich 20 Cent pro Einwohner bedeute. „20 Cent im Monat, damit unsere Feuerwehren 365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit sein können, um bei Bränden, Verkehrsunfällen und Unwetterkatastrophen zu schützen, zu helfen, zu retten und zu bergen“, so Hohmann.

Anerkennung für Leistungsbereitschaft der Wehren

Dass die gemeindlichen Gremien zu ihrem einmütigen Beschluss stehen, in die Fahrzeugausstattung der Burghauner Wehren zu investieren, bekräftige Gerhard Kaiser (SPD). Der Vorsitzende der Gemeindevertretung sagte, dass diese Investitionen von der Marktgemeinde verantwortungsvoll geschultert werden könnten. Gemeindebrandinspektor Christian Werthmüller dankte dafür, dass die Feuerwehren für ihre Anliegen stets ein offenes Ohr beim Bürgermeister und den gemeindlichen Gremien finden würden. „Die Investitionen sind richtig und berechtigt, betonte er. Die Grüße des Kreisfeuerwehrverbandes Fulda überbrachte Vorsitzender Lothar Mihm. Anerkennende Worte gab es auch von politischer Seite: Die Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU) und Birgit Kömpel (SPD) dankten für die Einsatzbereitschaft und Leistungen der Wehrleute ebenso, wie der Burghauner CDU-Fraktionschef Wolfgang Atzler. Glückwünsche und Erinnerungsgeschenke überbrachten auch Andreas Apeldorn (Firma Rosenbauer), Michael T. G. Finken (Firma Wuttig) und Michael Möller (Feuerwehrfachhandel Möller Steinau). Auch die Partnerwehr aus dem elsässischen Mertzwiller, von der vier Kameraden nebst Ehefrauen angereist waren, gratulierte durch ihren Feuerwehrchef Tarcisse Klieber.

Den kirchlichen Segen, der insbesondere den Wehrleuten und deren Schutz bei ihren Einsätzen galt, spendeten in ökumenischer Eintracht die Pfarrer Jochen Zechmeister (evangelische Christusgemeinde) und Gerhard Bug (katholische Mariä-Himmelfahrt-Gemeinde).

Ausgezeichnete Feuerwehrmänner

Gleich sechs Kameraden der Burghauner Feuerwehr konnte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Lothar Mihm, im Auftrag des Kurhessisch-Landeckschen Feuerwehrverbandes die St.-Florians-Medaille in Bronze am Bande an die Uniform heften und die dazu ausgefertigte Urkunde überreichen. Die sechs Kameraden haben sich in allen Bereichen des Feuerwehrvereins durch ihr beispielhaftes Engagement um die Gemeinschaft verdient gemacht. Mihm zeichnete gemeinsam mit Gemeindebrandinspektor Christian Werthmüller die Feuerwehrkameraden Karlhein Kaufmann, Werner Maul, Jörg Lindemann, Thomas Barth, Marco Burkardt und Thomas Heß aus. Bürgermeister Alexander Hohmann gratulierte den ausgezeichneten Feuerwehrmännern mit einem kräftigen Handschlag.

Beim Tag der offenen Tür der Burghauner Feuerwehr konnte die Bevölkerung nicht nur die neuen Einsatzfahrzeuge genau unter die Lupe nehmen und sich über die Ausstattung und Fähigkeiten informieren. Die Jugendwehr sowie die Einsatzabteilung führten auch spannende Demonstrationen vor. Auch die Rettungshundestaffel Osthessen präsentierte sich. Für das leibliche Wohl war bei dem Tag der Begegnung und des Miteinanders bestens gesorgt.

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20)

Das Fahrzeug ist mit einer Gruppe besetzt (ein Fahrer und acht Wehrleute) und mit einer umfangreichen Ausrüstung für die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen oder anderen Schadensereignissen ausgestattet. Es kommt aber auch bei Bränden zum Einsatz. Das Fahrzeug (Baujahr 2014) hat ein MAN-Fahrgestell und einen Aufbau der Firma Rosenbauer. Das Gesamtgewicht beträgt 15,5 Tonnen. Ausgerüstet ist das Fahrzeug mit eine Pumpe, die 3500 Liter Wasser bei einem Druck von 10 Bar in einer Minute verspritzen kann. Das Fahrzeug verfügt übereinen 1600-Liter-Wassertank sowie 200 Liter Schaummittel. An Bord befinden sich ferner vier Atemschutzgeräte, ein pneumatischer Lichtmast, eine Rückfahrkamera, LED-Umfeldbeleuchtung, hydraulisches Rettungsgerät, ein 13-KVA-Strmerzeuger sowie ein Hochdruckentlüfter. Das neue Fahrgestell kostete 83 000 Euro, der feuerwehrtechnische Aufbau 208 000 Euro, die Beladung (zuzüglich die aus dem früheren Fahrzeug) 20 000 Euro, die Beladung technische Hilfeleistung 25 000 Euro. Das Land Hessen bezuschusste die Anschaffung des HLF 20 mit 92 800 Euro, sodass die Marktgemeinde Burghaun den Löwenanteil von 243 200 Euro zu schultern hatte.

Gerätewagen Logistik (GWL)

Das Fahrzeug dient der Unterstützung der Einsatzkräfte mit technischem Gerät. Es bringt beispielsweise zusätzliches Schlauchmaterial oder Ölbindemittel zu den Einsatzstellen. Das Fahrzeug ist gebraucht (Baujahr 2009) und hat ein Mercedes-Benz-Atego-Fahrgestell, das 30 000 Euro gekostet hat. Der Aufbau wurde in Eigenleistung der Feuerwehr Burghaun errichtet, die dafür einen Eigenanteil von 10 000 Euro und 600 Stunden Eigenleistung übernahm. Das Gesamtgewicht des Fahrzeugs beträgt 7,49 Tonnen. Die Beladung umfasst unter anderem verschiedene Abrollbehälter für unterschiedliche Einsatzszenarien. Ferner verfügt das Fahrzeug über eine Rettungsplattform für LKW- und Busunfälle sowie LED-Umfeldbeleuchtung. Für diese Beschaffungsmaßnahme gab es keine Fördermittel des Landes.

Freiwillige Feuerwehr Burghaun

Die Einsatzabteilung umfasst 40 aktive Mitglieder, die neben wöchentliche Ausbildungsabende sowie Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule im Durchschnitt 40 Einsätze im Jahr absolvieren. Die Jugendabteilung umfasst weitere 15 Mitglieder. Wehrführer ist Marco Burkardt, Vorsitzender des Feuerwehrvereins ist Hans Jürgen Labsch, Jugendwart ist Karsten Peter.

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