Written by 0:09 Alle Nachrichten, Topthema

Rita und Bernard Kohlmann-Stiftung hält Erinnerung an französische Kriegsgefangene in Hünfeld und Umgebung wach

Rita Kohlmann (Mitte) mit ihren Töchtern Claudia Scholl-Kleinfelder (links) und Susanne Möl-ler (rechts) vor der Dokumentation über das Schicksal der französischen Kriegsgefangenen im Konrad-Zuse-Museum. Bernard Kohlmann ist bereits verstorben.              Foto: Burkhardt

Rita Kohlmann (Mitte) mit ihren Töchtern Claudia Scholl-Kleinfelder (links) und Susanne Möl-ler (rechts) vor der Dokumentation über das Schicksal der französischen Kriegsgefangenen im Konrad-Zuse-Museum. Bernard Kohlmann ist bereits verstorben. Foto: Burkhardt

Hünfeld. Auch in diesem Jahr verschickt die Rita und Bernard Kohlmann-Stiftung Weihnachtspäckchen nach Frankreich. Darin befinden sich neben einem Weihnachtsbrief Gebäck und regionale Produkte. Die Päckchen gehen an die heute noch lebenden ehemaligen französischen Kriegsgefangenen des Lagers Hünfeld beziehungsweise deren Witwen. Da seit dem Zweiten Weltkrieg mittlerweile fast siebzig Jahre vergangen sind, wird die Zahl immer geringer. Zuletzt betrug sie nur noch knapp zwanzig.

1999 gründeten die Eheleute Kohlmann in der Tradition des Vaters von Bernard Kohlmann die Stiftung mit Sitz in Hünfeld. Hermann Kohlmann war aus christlicher Überzeugung ein entschiedener Gegner des Nazi-Regimes. In dessen Baustoff- und Kohlehandlung mit Fuhrbetrieb wurden die Kriegsgefangenen nie als Feinde gesehen. Vielmehr nahmen sie die Mahlzeiten gemeinsam mit der Familie ein, durften -verbotener Weise – ausländische Radiosender hören und bekamen zu Weihnachten kleine Geschenke. Zum Dank bedachten die Franzosen das Haus Kohlmann mit dem Ehrentitel „La maison du bon dieu“. In einer letzten Hilfsaktion konnten zwei Wochen vor Kriegsende über zwanzig Gefangene vor dem Abtransport Richtung Osten gerettet und bis zum Einmarsch der Amerikaner versteckt werden.

Mit ihrer Arbeit trägt die Stiftung dazu bei, das Andenken an die ehemaligen Kriegsgefangenen und ihre Geschichte zu bewahren. Auch soll die deutsch-französische Freundschaft gepflegt und durch die Förderung von internationalen Kontakten an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. Zunächst hatten sich die ehemaligen Kriegsgefangenen einmal jährlich an unterschiedlichen Orten in Frankreich getroffen. Seit 1962 finden diese Treffen alle vier Jahre auch in Hünfeld statt. Zwar wird der Kreis der Ehemaligen immer kleiner, doch ihre Familienangehörigen halten an den jährlichen Treffen fest, die inzwischen von der Stiftung organisiert und finanziell unterstützt werden. In diesem Jahr fand das mittlerweile 51. Treffen statt. Die Begegnung im nächsten Jahr ist in der Normandie vorgesehen.

Bei einem Treffen in Hünfeld wurde im Mai 2005 auf Initiative der Stiftung eine kleine Gedenkstätte am alten Friedhof eingeweiht. Sie erinnert an die französischen Gefangenen, die ihre Lagerhaft nicht überlebten. Zudem hat die Stiftung eine Dokumentation über das Schicksal der französischen Kriegsgefangenen in Hünfeld, aber auch ihren weiteren Lebensweg und die bisherigen Begegnungen zusammengetragen. Diese befindet sich im Konrad-Zuse-Museum und wird jährlich aktualisiert. Dort ist bis zum 28. Februar auch eine Sonderausstellung „Lagertheater – Masken und Handpuppen“ zu sehen. Im März 2012 wurde die Rita und Bernard Kohlmann-Stiftung als Stiftung des Monats ausgezeichnet und konnte sich am 26. November 2013 beim Hessischen Stiftertag im Wiesbadener Kurhaus präsentieren.

Info

Weitere Informationen zu der weltweit einmaligen Stiftung gibt es unter www.stiftung-kohlmann.jmdo.com , E-Mail stiftung-kohlmann@gmx.de. Das Spendenkonto bei der Sparkasse Fulda (BLZ 530 501 80) lautet 70011311.

Visited 1 times, 1 visit(s) today
Close