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Energiesparcheck spart Kosten und schont die Umwelt – Kooperationsprojekt zwischen Landkreis Fulda und Caritasverband wird verlängert

Landkreis Fulda. Steigende Energiekosten und Stromschulden – viele Bürger waren erschrocken, als sie in den letzten Wochen die Jahresrechnung ihres Versorgungsunternehmens erhielten. Nicht selten ist eine Nachzahlung fällig. Die Abschlagszahlungen für Strom und Wasser erhöhen sich für die neue Abrechnungsperiode und nach Abzug der Mietkosten bleibt oft nur noch wenig Geld für Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs und Bekleidung übrig. Was also tun, wenn man ein niedriges Einkommen hat, auf Grundsicherung, Arbeitslosengeld II oder Hilfe zum Lebensunterhalt angewiesen ist?

„Energiesparcheck“ heißt das Zauberwort, ein gemeinsames Projekt des Landkreises Fulda und des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa e.V. Seit zwei Jahren sind Elektromeister Marco Möller und Energiesparhelfer Mike Betz als „Energiesparchecker“ tätig. Der Landkreis Fulda fördert laut Jürgen Stock, Leiter des Fachbereichs Arbeit, Soziales, das Projekt, um Energiesparpotenziale aufzuzeigen, Energieschulden vermeiden zu helfen und einen nachhaltigen ökologischen Nutzen zu erzielen.

In Anspruch nehmen können die Beratung Personen, die laufende Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II und XII oder dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen sowie Wohngeldberechtigte. Die Hilfeleistungen werden vorrangig Menschen angeboten, die Energieschulden oder unangemessen hohe Heizkosten haben. Des Weiteren Menschen des oben genannten Personenkreises, die sich über Einsparpotentiale informieren möchten. Die Nachfrage sei sehr hoch, so Caritas-Bereichsleiter Werner Althaus, der das Projekt begleitet. Meist erführen die Berechtigten von den Energiesparcheckern durch Mund-zu-Mund-Propaganda oder sie würden von den Leistungssachbearbeitern des Kreisjobcenters und der Sozialämter von Landkreis und Stadt auf die Beratung hingewiesen. Die Beratung sei kostenlos und führe eigentlich immer zu Einsparungen im Bereich Strom und Wasser.

Der Ablauf des Energiesparchecks ist aufwändig. Nach Beauftragung kommen die beiden Mitarbeiter drei Mal in den Haushalt. Zuerst werden Abrechnung und Zählerstand kontrolliert, die Verbraucher aufgelistet und deren Verbrauch an Energie und Wasser mit speziellen Messgeräten auf Euro und Cent berechnet und protokolliert. Es lohne sich, beispielsweise bei einer Waschmaschine den Stecker zu ziehen, denn auch im Ruhezustand verbrauche diese bis zu zwei Watt pro Stunde, das heißt 17,5 Kilowattstunden im Jahr, so Marco Möller.

Beim zweiten Termin bringt der Energiesparchecker die Auswertung mit und bespricht mit den Haushaltsangehörigen die erarbeiteten Sparvorschläge. Außerdem werden als Soforthilfe Perlatoren in die Wasserhähne und Sparduschköpfe eingebaut, die Lampen erhalten Energiesparbirnen, und zwischen Steckdose und Endgeräten (auch im Stand-by-Modus) werden abschaltbare Steckerleisten installiert. Beim dritten Besuch kontrolliert der Energiesparchecker, ob die Sparvorschläge umgesetzt wurden und die Maßnahmen gewirkt haben.

Die Personalkosten der Energiesparchecker und die Sachkosten werden aus Fördermitteln des Hessischen Sozialministeriums und der EU sowie aus Eigenmitteln des Landkreises Fulda  finanziert. Außerdem leistet der Caritasverband als Beschäftigungsträger der Energiesparchecker einen Eigenbeitrag und erhält für die eingebauten Energiesparmittel Spenden von der Sparkasse Fulda, der ÜWAG, der GWV und der Aktion der Fuldaer Zeitung „Ich brauche Deine Hilfe“.

Marco Möller und Mike Betz haben von Januar bis Dezember 2012 222 Haushalten im Landkreis und in der Stadt Fulda „gecheckt“ und insgesamt 1.908 unterschiedliche Soforthilfen – Energiesparlampen, abschaltbare Steckerleisten, Wasserdurchlaufbegrenzer – im Wert von rund 9.000 Euro installiert. Mit den durchgeführten Maßnahmen konnten durchschnittlich pro beratenen Haushalt jährlich Energiekosten in Höhe von 167 Euro eingespart werden. Die Reduzierung an klimaschädlichem Kohlendioxid betrug pro Haushalt und Jahr 192 Kilogramm. Die Arbeit der Energiesparchecker trägt somit zur Schonung der Umwelt bei, ist nachhaltig und führt nicht zuletzt zu Kosteneinsparungen bei den Sozialleistungen des Kreisjobcenters und der Sozialämter.

Der Landkreis Fulda und der Caritasverband haben sich aus diesen Gründen dazu entschieden, die erfolgreiche Kooperation für weitere zwei Jahre fortzusetzen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde zum 1. März 2013 in Kraft gesetzt.

Info

Interessenten wenden sich an den Caritasverband in Fulda. Wilhelmstr. 10, Telefon (0661)2428-366, E-Mail energiesparcheck@caritas-fulda.de .Sprechzeiten sind dienstags von 14 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr.

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