Fulda/Haselstein. In einer gemeinsamen Veranstaltung des Forstamtes Burghaun, der Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön und des Fachdienstes Natur und Landschaft beim Landkreis Fulda stellte Forstamtsleiter Dr. Helmuth Aszmutat ein Karauschenprojekt bei Haselstein vor. Auf Staatsforstflächen bei Haselstein befinden sich zwei vor ca. 20 Jahren gebaute Forstteiche, welche ursprünglich für Naturschutzwecke angelegt wurden. Die Teiche sollten insbesondere als Amphibien- und Nahrungsteiche für den Schwarzstorch fungieren. Im Laufe der Jahre waren die Teiche erheblich verschlammt und mittlerweile zugewachsen. Im Rahmen seiner Prüfungsarbeit zum Forstwirtschaftsmeister befasste sich nun Uwe Walter aus Dammersbach intensiv mit der Ertüchtigung dieser Teiche. Dabei ging es nicht nur darum, eine entsprechende Planung zu erarbeiten, sondern diese anschließend auch umzusetzen.
Die beiden kleinen Waldteiche befanden sich aber auch im Visier des Biosphärenreservates, welche diese für ein Karauschenprojekt nutzen wollte. Joachim Walter, Ranger beim Biosphärenreservat erläutert die Hintergründe: „Die Karausche zählt zu den bedrohten Fischen in Hessen. Sie ist ein Friedfisch, der absolut keinen Feinddruck verträgt und sich deshalb in Tümpel und Altarme zurückzieht. Für das Biosphärenreservat soll die Art über ein gezieltes Ausbringen in Forstteichen systematisch für weitergehende Besatzmaßnahmen vermehrt werden.“ Das Projekt ist Teil eines Forschungs- und Monitoringprojektes, welches vom Biosphärenreservat Rhön finanziert wird. Für das Biosphärenreservat ergab sich allerdings erschwerend, dass Giebel als weitere Fischart im Gewässer ausgebracht wurden, welche sukzessive zu einer Verdrängung der Krauschen führen.
Auch waren die Naturschutzteiche in den Fokus der zuständigen Behörden geraten, da der als Mönch bezeichnete Teichabfluss mittlerweile defekt war.
An diesem Standort konnte schließlich mit Unterstützung des Landkreises Fulda, Fachdienst Natur und Landschaft, die Finanzierung der Maßnahme sichergestellt werden. Seitens des Landkreises wurden rund 12.000 € zur Verfügung gestellt. Seitens der Firma Bock aus Hünfeld wurden die beauftragten Bagger- und Bauarbeiten am Teich durchgeführt. Mit Unterstützung der ehrenamtlichen Gewässerwarte des Biosphärenreservates wurde beim Ablassen des Teiches der bestehende Fischbesatz geborgen. In den nächsten Tagen soll der Mönch fertig gestellt werden und schließlich im Frühjahr 2013 die beiden Teiche mit ihren
ca. 200 m³ Wasserfläche neu gefüllt werden.
Dabei wird angestrebt, zunächst lediglich den unteren Teich mit Karauschen zu besetzen und im Zuge eines fünfjährigen Forschungsvorhabens jährliche Vergleiche hinsichtlich der Entwicklung der Karauschenpopulation im Verhältnis zum Vorkommen der heimischen Amphibien zu analysieren.
Für das Biosphärenreservat dankte Martin Kremer dem Forstamt Burghaun und dem Fachdienst Natur und Landschaft für die gute und zielgerichtete Zusammenarbeit. Zu erwähnen ist, dass auch die Prüfungskommission das Projekt für sinnvoll und zukunftsfähig erachtete und die Arbeit von Uwe Walter würdigte. So konnte Forstamtsleiter Aszmutat anlässlich des Pressetermins Uwe Walter die Ernennung zum Forstwirtschaftsmeister überreichen und ihn zur wohlverdienten Höhergruppierung beglückwünschen.