
Hilders. „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen.“ Das Zitat des griechischen Philosophen Heraklit ziert die Tafel der Denksporthalle. So heißt einer der farbenfroh gestalteteten Räume des Nachhilfeinstituts „Die Lernfüchse“, das seit Kurzem auch in Hilders (Rhön) ansässig ist. Vor den Herbstferien hat Tanja Hartmann, Gründerin des Instituts, in der Kirchstraße 12a die fünfte Lernfuchs-Filiale eröffnet. Weitere Filialen gibt es in Burghaun, Lauterbach, Flieden und Fulda.
Emelie, Isabell und Hanna gehören bereits zu den Nachhilfe-Stammgästen in Hilders. Mit Lehramtsstudentin Melanie Kerber haben die Mädchen sogar in den Herbstferien Mathematikstoff durchgenommen. „Und das war gar nicht schlimm, weil es hier richtig Spaß macht“, sagen die drei Schülerinnen. Denn wer Mitglied der Lernfuchs-Familie ist, der wird nicht mit Wissen druckbetankt oder mit der Holzhammer-Methode auf die nächste Arbeit vorbereitet. „Wir arbeiten ganzheitlich, mit spielerischen Ansätzen und unterschiedlichen pädagogischen bzw. psychologischen Methoden. Mit unserer Arbeit verfolgen wir das Ziel, Erfolgserlebnisse herbeizuführen und den Kindern wieder Freude am Lernen zu vermitteln“, erklärt Tanja Hartmann. Mit „ganzheitlich“ meint die Institutsleiterin, einen Blick auf das ganze (Lern)System zu werfen. Dazu gehören nicht nur das Kind, sondern auch die Eltern, die familiären Umstände und die schulischen Rahmen-bedingungen.
Bei den Lernfüchsen gibt es einen Anamnesebogen mit dem beispielsweise Gewohnheiten oder Hobbys abgefragt werden. Zudem wird geschaut, wo das Kind fachlich steht, oder welcher Lerntyp es ist – auditiv, visuell, kommunikativ oder motorisch. Nicht zuletzt werden die motorischen Fähigkeiten des Kindes genau in den Blick genommen. „Nach vier Wochen“, weiß Tanja Hartmann, „haben wir das Kind ganz gut kennengelernt und eine konkrete Vorstellung, wie man am besten mit ihm arbeiten kann, denn die beste Förderung für ein Kind sollte passen wie ein Maßanzug.“
Laut Tanja Hartmann, die selbst Mutter zweier Töchter ist, kommen viele Eltern mit der Aussage „Mein Kind hat Konzentrationsprobleme und ist deshalb schlecht in der Schule“ zu ihr. „Wir schauen, wie sich der Konzentrationsmangel äußert, welche Ursachen er möglicherweise hat und arbeiten daran, die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern“, sagt die 44-jährige Kauffrau. Dabei erfragt das handverlesene und speziell geschulte Lehrpersonal auch Dinge wie Trink-, Ernährungs- und Bewegungs-gewohnheiten sowie Medienkonsum. „Konzentrationsmangel kann so viele Ursachen haben und mit unserem ganzheitlichen Ansatz haben wir die Chance, dem Kind und den Eltern Tipps mit auf den Weg zu geben, wie man die Konzentrationsfähigkeit verbessern und den Druck aus dem scheinbaren Leistungsver-sagen nehmen kann.“
Druck gibt es bei den Lernfüchsen nämlich nicht. Tanja Hartmann erklärt: „Wir führen ganz bewusst in den ersten Stunden möglichst viele Erfolgserlebnisse herbei. Dabei verbinden wir Spiele und Bewegung, um das Denk- und Lernzentrum der Kinder zu aktivieren, die eigene Wahrnehmung und die sozialen Kompetenzen zu fördern.“ Nach sechs bis acht Wochen, so die Erfahrung der Institutsleiterin, gibt es in der Regel eine spürbare Veränderung – sowohl bei den schulischen Leistungen, als auch im Wesen des Kindes. Das Verhalten ändere sich ebenso, wie die Einstellung zum Lernen. „Wenn wir es schaffen, den Hebel so umzulegen, dass Lernen Spaß macht und Hausaufgaben kein „Muss“ mehr sind, dann stellen sich die Erfolge ein“, sagt Tanja Hartmann. Und dann lodern auch Heraklits Flammen.
BU: v.li. Isabell, Melanie Kerber, Hanna, Emelie und Tanja Hartmann wissen, dass Lernen bei den Lernfüchsen Spaß macht