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Azubis aus Fuldaer Logistik-Betrieben sammeln Erfahrungen in Breslau

Breslau/Fulda. Anfang Oktober sind drei Auszubildende aus Fuldaer Betrieben im Rahmen des EU-Projekts „Leonardo da Vinci“ in Richtung Polen gestartet. In Breslau sammeln die angehenden Speditionskauffrauen Mareike Grösch (20) und Theresa Füller (20) von der VTL Vernetzte-Transport-Logistik GmbH sowie Christian Manger (18), Auszubildender zum Lagerlogistiker bei der MUP Bürohandels GmbH, derzeit vier Wochen lang in polnischen Betrieben Auslandserfahrungen. „Mit der Verständigung auf Polnisch hapert es zwar noch ein wenig, aber mit unseren Englisch-Kenntnissen kommen wir hier gut zurecht“, sagen die drei Azubis.

Die Firma Grümel organisiert und koordiniert das Mobilitätsprojekt, das sich speziell an Auszubildende aller Lehrjahre aus den Bereichen Lagerfachkraft, Lagerist und Speditionskaufmann/-frau wendet. Zwischen Oktober 2012 und November 2013 eröffnet es jungen Erwachsenen die Möglichkeit, für jeweils einen Monat einen Teil ihrer Ausbildung in Polen oder Portugal zu absolvieren. Internationale Einrichtungen, mit denen Grümel innerhalb europäischer Projekte zusammenarbeitet, fungieren dabei als Partner – speziell in den Feldern Lager, Logistik und Spedition sind das KERIGMA in Barcelos (Portugal) sowie AVIVA training and human development center in Breslau (Polen).

Das Mobilitätsprojekt, das von der EU finanziert und von der Nationalagentur beim Institut für berufliche Bildung begleitet wird, will den Auszubildenden interkulturelle Kenntnisse vermitteln, ihr Verständnis für verschiedene Mentalitäten und ihre Sprachkompetenzen fördern, ihre Mobilitätsbereitschaft erhöhen, ihr Wissen um Qualitätsstandards auf europäischem Standard mehren, ihre Ausbildung noch attraktiver gestalten und sie fit machen als künftige Fachkräfte auf europäischer Ebene. „Das Mobilitätsprojekt verhilft den Auszubildenden zu mehr Selbstständigkeit, stärkt das Bewusstsein für die eigenen Stärken und fachlichen Kenntnisse und lädt ein zu einem spannenden Blick über den Tellerrand“, sagt Projektleiterin Marietta Preiß-Schäfer von Grümel. Sie hat die Maßnahme in Schulen und Betrieben vorgestellt, das Interesse der Jugendlichen geweckt und die jungen Erwachsenen nach Absprache mit Lehrern und Ausbildern als Teilnehmer ausgewählt. Diese werden von ihren Betrieben für vier Wochen freigestellt und weiter vergütet.

Bereits Anfang August haben Mareike Grösch, Theresa Füller und Christian Manger in ihrer Freizeit mit der Vorbereitung ihres Breslau-Aufenthalts begonnen. Bei Grümel erhielten die Teilnehmer neben Sprachunterricht und Landeskunde auch Hilfestellung, wenn es um administrative Aspekte ging wie das Verfassen eines englischen Bewerbungsschreibens oder eines EU-Lebenslaufs. Auch menschliche Momente wie die Frage „Wie gehe ich mit Krisen vor Ort um?“ oder „Was mache ich, wenn ich Heimweh bekomme und wie beuge ich dem vor?“ wurden in Gesprächen behandelt.

Gut vorbereitet sind die drei Auszubildenden in Breslau gelandet, um dort Land, Leute und Sprache kennen zu lernen. „Gleich am Anfang hatten wir eine sehr ausführliche Stadtführung – Wroclaw (Breslau) ist sehr beeindruckend und wir haben einige Vorurteile über Bord geworfen“, erklärt Christian Manger. „Außerdem ist unsere gemeinsame Unterkunft toll.“ Dort verpflegen sich die Drei selbst. Ein Tutor des Grümel-Partners AVIVA in Breslau ist während der vier Wochen täglich 24 Stunden für die Fuldaer Jugendlichen erreichbar. Er hat sie in ihre Praktikumsbetriebe eingeführt. Auch hier waren die ersten Eindrücke durchweg positiv. „Wir wurden bei Kuehne + Nagel gut aufgenommen und arbeiten derzeit im Lager der Firma, das wirklich beeindruckend ist“, sagt Mareike Grösch. Und Theresia Füller ergänzt: „Es wird dort ausschließlich Ware von Bosch eingelagert und die einzelnen Mitarbeiter stellen dort Aufträge zusammen, die hauptsächlich nach Polen, Tschechien und in die Slowakei ausgeliefert werden.“

Der Tutor hält zu den drei Fuldaer Auszubildenden engen Kontakt und gibt regelmäßig Rückmeldung an Grümel. Außerdem gestaltet er Freizeitangebote. Auch die Teilnehmer stehen per Mail und Telefon mit Grümel in Verbindung und werden nach ihrer Rückkehr einen Abschlussbericht verfassen und Evaluationsbögen ausfüllen. Die jungen Erwachsenen erhalten Zertifikate über ihr Praktikum und die erworbenen Sprachkenntnisse sowie einen „EUROPASS-Mobilität“.

Im Herbst 2013 kann wieder eine Gruppe vier Wochen lang Erfahrung in Breslau sammeln, bereits im Frühjahr 2013 starten fünf Teilnehmer nach Barcelos in Portugal. Die Vorbereitungsphase für Barcelos beginnt im Januar. Für beide Auslandsaufenthalte sind noch Plätze frei, Auszubildende aus der Logistik-Branche können sich direkt informieren und bewerben bei Grümel-Mitarbeiterin Marietta Preiß-Schäfer, Telefon 0661 / 90293201.

Foto von links: Mareike Grösch, Theresa Füller und Christian Manger.

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