Kalbach. Eine gute besuchte Ausstellung, interessante Fachvorträge und die Gelegenheit zum offenen Erfahrungsaustausch: Der 3. Kalbacher Gesundheitstag war ein voller Erfolg. Zahlreiche Besucher nutzten am 6. Oktober die Möglichkeit, sich im Bürgerhaus Niederkalbach zu informieren und mit Fachleuten persönlich ins Gespräch zu kommen.
Als Manfred Letsche um 10 Uhr früh seine Worte zur Eröffnung sprach, war der Vortragssaal bereits voll besetzt. Der Veranstalter und Vorsitzende der Prostata Vorsorge Selbsthilfegruppe Neuhof (SHG) freute sich über das offensichtliche Interesse seitens der Besucher. Unter dem Motto „Wir sorgen uns für Ihre Gesundheit“ bot die Tagesordnung eine Reihe interessanter Themen, von Demenz, über Naturheilkunde, Inkontinenz, Arthrose sowie Borreliose und FSME. „Das Hauptanliegen unseres Vereins“, betonte Letsche, „ist es, Männer ab 45 Jahren davon zu überzeugen, dass eine Prostatavorsorgeuntersuchung Leben retten kann.“ Aber auch darüber hinaus müsse jeder einzelne etwas tun: Gesundheit sei etwas, das wir nicht geschenkt bekämen, daher sei Vorsorge und Prävention so wichtig.
Gesund ins hohe Alter
Die Bedeutung der Vorsorge unterstrich auch Dag Wehner, Bürgermeister der Großgemeinde Kalbach und Schirmherr der Veranstaltung. Die Gemeinde, so Wehner, ist bemüht, zum Beispiel die ärztliche Versorgung sicherzustellen und interessante Angebote wie den Gesundheitstag in der Region zu unterstützten. Nichtsdestotrotz sei jeder einzelne gefragt, eigenverantwortlich dafür Sorge zu tragen, bis ins hohe Alter gesund und selbstbestimmt zu leben.
„Gesundheit ist ein Thema, das alle Altersgruppen betrifft und um das sich jeder kümmern muss“, unterstrich auch Dr. Heiko Wingenfeld, Vizelandrat und Gesundheitsdezernent des Landkreises Fulda. Er lobte die SHG für ihr Engagement und den Mut, heikle Themen anzusprechen. Und er lobte auch den Mut der Betroffenen, in diesen Fragen Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Das Herz wird nicht dement
Die Fachvorträge eröffnete Stefanie Ullrich, Sozialpädagogin beim Pusteblume Therapiehaus in Mittelkalbach, mit dem Thema „Demenz – Habe ich jetzt Alzheimer“: „Kennen Sie das? Sie kommen vom Einkaufen nach Hause und suchen ihren Schlüssel. Also überlegen Sie rückwärts, wo sie zuletzt überall waren. Das ist keine Demenz. Der dementiell Erkrankte sucht seinen Schlüssel auch, aber er kann nicht mehr zurückverfolgen, wo er vorher war.“ Ullrich gab Tipps für Betroffene und Angehörige und unterstrich: „Das Herz wird nicht dement!“ Betroffene lebten in Gefühlswelten ihrer Vergangenheit. Angehörige sollten diese Gefühle erkennen und ansprechen, um dem Betroffenen den Umgang damit zu erleichtern.
Dr. Rüdiger Schwan stellte die naturheilkundlichen Produkte Propolis und Brottrunk dar. Beide, so Schwan, helfen nicht nur dabei, das Immunsystem zu stärken. Fazit seines intensiven Vortrags: Auch Krebs ist vermeidbar und heilbar.
Problem in den Griff bekommen
Franz Luzum, Geschäftsführer des Pusteblume Therapiehaus, sprach über das Thema „Inkontinenz bei Frauen und Männern“. Der Verlust der Kontrolle über Ort und Zeit der Harnausschüttung sei kein Problem speziell älterer Menschen. Auch junge Männer und Frauen leiden zum Teil darunter. Es gäbe jedoch vieles, was man selbst tun könne, um das Problem in den Griff zu bekommen. Dazu gibt es eine Vielzahl an Hilfsmittel und Therapien. „In erster Linie geht es aber darum“, so Luzum, „den eigenen Körper lernen wahrzunehmen. Da denken die meisten: Ich spüre doch meinen eigenen Körper. Tatsächlich geht es aber darum, herauszufinden, wo zum Beispiel im Bereich unseres Beckens eine Verspannung sitzt und diese durch Konzentration zu lösen.“ Das braucht vor allem viel Übung und gegebenenfalls die Anleitung eines Experten. „Es ist harte Arbeit“, stellt Luzum klar. „Es gibt keine Pille, die ihnen das erspart. Und es ist wichtig, dass Sie mit ihrem Therapeuten darüber sprechen. Aber wenn Sie das machen, können Sie viel erreichen.“
Aufklärung und Vorsorge
Dr. med. Marcus Seelig von der Rhönklinik Gersfeld stellte Ursachen für Hüft- und Kniegelenksarthrose dar. Zudem erläuterte er Therapiemöglichkeiten und besprach mit seinen Zuhörern, wie man einer Arthrose vorbeugen könne.
„Muss ich nach einem Zeckenbiss sofort zum Arzt?“, fragte Manfred Diehl, von der Borreliose Beratungsstelle Fulda, und erklärte die Ursachen der gefürchteten Krankheit Borreliose.
Mit dem Appell „Aufklärung tut Not! Vorsorge kann Leben retten.“, fasste Manfred Letsche den Tag zusammen. Er nutzte die Gelegenheit, um sich bei den Referenten zu bedanken, die den Tag mit ihren Vorträgen gestalteten. Zudem bedanke er sich bei den Ausstellern, die in der Halle nebenan Informationen zu Produkten und Dienstleistungen sowie offene Ohren für Ratsuchende angeboten hatten.