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Honorarerhöhung für Ärzte: Protest geht weiter – GNO eG fordert Abbau der überbordenden Bürokratie

Fulda. Für eine Fortsetzung der Protestaktionen hat sich der Vorstand des Verbunds hessischer Ärztenetze, Hessenmed e. V., ausgesprochen. „Wir werden das Ergebnis der verkündeten Einigung zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Krankenkassen gründlich prüfen“, so Dr. Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender von Hessenmed. „Angesicht der Inflationsrate berücksichtigt die angekündigte Honorarerhöhung von drei bis vier Prozent immer noch nicht, dass die Praxiskosten seit der letzten Vereinbarung im Jahr 2008 drastisch gestiegen sind“, so der Internist aus Fulda.  Auch sei bislang sei das Problem, dass Ärzte und Psychotherapeuten unbezahlte Leistungen erbrächten, noch nicht gelöst. Um die wohnortnahe ambulante medizinische und psychotherapeutische Versorgung der Patienten auf dem gewohnten hohen Niveau zu sichern, bedürfe es struktureller Veränderungen, die endlich angegangen werden müssten.

„Kassenbürokratie verschlingt Zeit für Patienten“

„Wir fordern, dass die angekündigte Honorarerhöhung auch wirklich bei den niedergelassenen Ärzten ankommt und nicht wieder in irgendwelchen Sachkosten versickert wie beim letzten Mal“, so Dr. Christoph Müller, Vorstand der GNO eG. „Im Übrigen geht es ja nicht nur ums Geld, sondern auch um den Abbau einer überbordenden Bürokratie, die die Krankenkassen uns aufzwingen“, so der Arzt aus der Fuldaer Innenstadt. „Wir wollen kein Antragsformular ausfüllen, um ein Antragsformular zu erhalten, wie es zum Beispiel derzeit bei Reha-Verordnungen der Fall ist. Und wir wollen nicht, dass ein Krankenkassenmitarbeiter entscheidet, ob ein Patient Krankengymnastik benötigt oder nicht.“

Die Zeit, die für Formalitäten mit den Krankenkassen benötigt werde, fehle zunehmend bei der Versorgung der Patienten. Ein weiteres Beispiel für von die Kassen verursachte Bürokratie sei die so genannte Praxisgebühr, eine Zuzahlung in Höhe von 10 Euro, die Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland seit 2004 bei Arzt- oder Psychotherapeutenbesuchen einmal im Quartal entrichten müssen. „Die Gebühr kommt den Krankenkassen zugute, deshalb ist die Bezeichnung Praxisgebühr irreführend“, so Dr. Müller, „die Praxen müssen diese Gebühr für die Kassen einziehen, verwalten und die gesamte Buchhaltung übernehmen, die im Zusammenhang mit dieser Gebühr entsteht –  und das zum Nulltarif“.

„Es geht um den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung“

„Wir wollen den Honorarstreit nicht auf dem Rücken der Patienten austragen“, betont Dr. Simon. Doch bei den Protesten gehe es letztlich um den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung der Patienten durch niedergelassene Ärzte – und damit um eine tragende Säule des Gesundheitssystems. Vielerorts sei jetzt schon Ärztemangel spürbar, weil Ärzte sich nicht mehr niederlassen wollen: „Als Gründe werden immer wieder die steigende Arbeitsbelastung aber auch  Angst vor Regressforderungen genannt, die die Kassen erheben, wenn ein Arzt sein Budget an Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln überschritten hat“, so Dr. Müller. „Aufgrund dieser Bedingungen finden wir niedergelassenen Ärzte nicht einmal mehr Ärzte, die bereit sind, in unseren Praxen angestellt zu arbeiten“, so Dr. Müller.

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