Written by 0:11 Alle Nachrichten, Bildung & Jobsuche

„Wenn die Bakterien Sonnenbrand bekommen….“

Flieden. Diese spannende Information und ganz viel Wissenswertes rund um das Thema „Trinkwasser“ konnten 50 Kinder mit Eltern am Maus-Türöffnertag bei insgesamt vier Führungen des Wasserwerks Flieden im Hochbehälter Magdlos erfahren. Das Wasserwerk der Gemeinde Flieden war eine von 370 Türen, die sich am bundesweiten Aktionstag des WDR am Mittwoch, 3. Oktober für kleine und große Maus-Fans öffneten. Unter dem Motto „Vom Regentropfen zum Wasserhahn“ erklärten die Wassermeister Peter Hörr und Frank Müller kindgerecht den Weg des Wassers von der Wolke bis zum Wasserhahn.

Treffpunkt war am Sportplatz Magdlos, hier hieß als erstes zu schätzen, wie viel Liter Wasser ein Mensch in Deutschland am Tag verbraucht. Hierzu durften die Kinder 10 l-Kanister auf eine Palette umsetzen; die Schätzungen lagen meist nicht weit daneben. Ein Mensch in Deutschland verbraucht pro Tag ca. 126 l Wasser. Alle waren froh, dass sie diese Menge nicht mehr mühsam wie früher aus dem Brunnen holen müssen, sondern das heute das Wasser mit ausreichend Druck und Menge in jedem Stockwerk zur Verfügung steht.

Danach zeichnete Peter Hörr mit reger Unterstützung der Kinder den Wasserkreislauf auf; er erklärte, dass der Regentropfen das Erdreich durchdringt und hierzu eine „Lehm-Sperrschicht“ nötig ist, damit man Trinkwasser aus Quellen oder Tiefbrunnen gewinnen kann. Der Aufbau der verschiedenen Erdschichten wurde mit Sand und Lehm dargestellt. Die Funktionsweise einer Quelle konnten die Kinder an einem Modell mit Schwamm, Folie und Gießkanne selbst ausprobieren.

Nach einem kurzen Spaziergang zum Hochbehälter Magdlos erklärte der Wassermeister, welchen Weg das Wasser nimmt, wenn es aus Quelle oder Tiefbrunnen kommt. Auf dem Weg in den Hochbehälter durchläuft es einen Stahlbehälter mit Kalk und Magnesium, der die im Wasser enthaltene aggressive Kohlensäure bindet. Komplizierte chemische Prozesse wurden den aufmerksamen Kindern einfach erklärt. Ebenfalls läuft das Wasser an einer Röhre mit ultravioletten Lichtstrahlen vorbei – hier bekommen alle Bakterien einen „heftigen Sonnenbrand“, d. h. sie werden abgetötet.

Im Hochbehälter wird das Trinkwasser gespeichert. Wenn z. B. früh am morgen besonders viel Wasser benötigt wird, wird der Bedarf aus dem gespeicherten Wasser im Hochbehälter gedeckt. In den zwei Wasserkammern befinden sich je 200.000 l. Eine reicht aus, um einen Menschen vier Jahre und drei Monate mit Wasser zu vorsorgen. Die Größe des Hochbehälters wird nach der Anzahl der Verbraucher ermittelt. Er befindet sich immer an einer hohen Stelle des Ortes, damit das Wasser bergab in den Ort fließen kann. Das Wasser in den Wasserkammern darf nie komplett entnommen werden, da z. B. bei einem Feuer für die Feuerwehr genug Wasser vorhanden sein muss.

Eine permanente Überwachung sorgt dafür, dass die Menschen nie ohne Wasser sind. Per SMS werden die Wassermeister über jede Unregelmäßigkeit im Hochbehälter unterrichtet. Im Hochbehälter durften alle einen Blick in die Wasserkammern werfen, die mit frischem Trinkwasser gefüllt sind. Natürlich durften alle dieses probieren.

Auf dem Außengelände hatten die Wassermeister ein Modell des Rohrnetzes aufgebaut. Zu sehen und zum ausprobieren waren Schieber zum Abstellen des Wassers und ein Hydrant z. B. für die Feuerwehr. Erklärt wurde auch, welche Bedeutung die kleinen blauen und rot-weißen Schildchen mit Buchstaben und Zahlen haben, die man oft am Straßenrand sieht.

Danach konnten die Kinder gemeinsam selbst einen Hausanschluss herstellen, dazu wurde ein Wasserleitungsrohr „angespitzt“ und anschlossen. Nach dem Öffnen des Schiebers stellten die Kinder fest, dass Wasser aus einer Leckstelle spritzte, was für viel Vergnügen sorgte. Aber hier wusste Frank Müller Rat – mit einer Rohrbruchschelle hatte die Kinder das Leck schnell verschlossen. Anschließend erklärte er noch die Funktionsweise der Wasseruhr und wie man hiermit ganz einfach den Tagesverbrauch feststellen kann. Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer eine Urkunde mit der Ernennung zum „Mini-Wassermeister“ und als Erinnerung durfte sich jeder ein Stück Wasserleitungsrohr selbst abschneiden und mit nach Hause nehmen.  Weitere Fotos finden Sie auf unserer Homepage www.flieden.de

 

Visited 2 times, 1 visit(s) today
Close