Volkach/Rhön. Der Rhöner Gradierbrand aus Bad Königshofen, ein erfolgreiches Gemeinschaftsprodukt der Rhöner Kleinbrenner innerhalb der Dachmarke Rhön, wurde jetzt für seine herausragende Qualität auf der Messe desta in Volkach mit der Silbermedaille des Fränkischen Obst- und Kleinbrennerverbandes ausgezeichnet. Der ursprüngliche Weizenbrand hatte insgesamt neun Monate im Eichenfass in der Salzluft des Gradierpavillons von Bad Königshofen gelagert und dabei einen Whisky ähnlichen Geschmack angenommen. Mit großer Resonanz haben sich die Mitglieder des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbandes auch in diesem Jahr wieder an der Fränkischen Prämierung für Brände und Geiste beteiligt.
Die feierliche Urkundenübergabe erfolgte im Rahmen der desta in Volkach. Den Besuchern der Messe bot sich dabei die Möglichkeit, die Preisträger der diesjährigen Prämierung hautnah zu erleben und das reichhaltige Sortiment der ausgezeichneten Produkte direkt vor Ort zu verkosten. 84 Destillateure hatten insgesamt 313 Proben zur diesjährigen „Fränkischen Prämierung“ angestellt. Von den insgesamt 280 vergebenen Medaillen gingen 35 nach Mittelfranken, 62 nach Oberfranken, 173 nach Unterfranken und 10 Medaillen an Prämierungsteilnehmer aus Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt.
Ausgezeichnet wurde nicht nur der Rhöner Gradierbrand als die überaus erfolgreiche Umsetzung einer gemeinsamen Idee zwischen den Kleinbrennern der Dachmarke Rhön und dem Rhön-Tourismus. Alle Mitglieder der Rhöner Kleinbrennerkooperation erhielten darüber hinaus für ihre ganz eigenen Spezialitäten Ehrungen und Auszeichnungen. „Das zeigt, dass unsere Kleinbrenner eine hervorragende Qualität herstellen, die sich sehen lassen kann“, meint die stellvertretende Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Hannelore Rundell, die selbst auf der desta mit vor Ort war. Auch für Geschäftsführerin Barbara Vay ist die Auszeichnung des Rhöner Gradierbrandes mit der Silbermedaille ein Zeichen, dass bei den Rhöner Kleinbrennern innerhalb der Dachmarke Rhön Regionalität und höchste Produktqualität eine Einheit bilden.
Die Idee, einen Brand herzustellen, der dem Whisky im Geschmack sehr nahe kommt, entstand beim 1. Rhöner Wandertag in Münnerstadt. „Hier haben wir uns mit unseren Kleinbrennern sehr intensiv unterhalten, wie man das Bäderland Bayerische Rhön und damit eine Gesundheitsregion mit der Kunst des Brennens zusammenführen könnte“, erklärt der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Michael Pfaff. „Dieser Gradierbrand steht symbolisch für die Wirtschaftskraft, die Energie und Kreativität sowie die Handwerkskunst einer ganzen Region.“ In Zukunft soll es auch in anderen Bäderstandorten der Region Versuche geben, in der dort vorhandenen Salzluft Rhöner Brände zu veredeln. Dabei nennt Barbara Vay unter anderem Bad Kissingen, Bad Salzungen und Bad Salzschlirf. In Bad Königshofen wurde das Eichenfass indes bereits neu befüllt – diesmal mit einem Dinkelbrand.