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Bonifatius Musical bald in Dokkum

Dokkum/Fulda. Kein Zweifel: Niederländer sind einfallsreiche und perfekte Gastgeber. Dass ein geschickter Klarionspieler ausgerechnet am Fest der „Admiralstage“ die heimliche „fuldische Nationalhymne“ „Ich bin in Fulda verliebt“ vom Glockenturm des Dokkumer Rathauses über die ganze Stadt klingen ließ – damit hätten Fuldas OB Gerhard Möller und seine Begleiter beim Besuch in der Bonifatiusstadt sicher nicht gerechnet. Und um das Wohl- und (beinahe) Heimatgefühl der Gäste aus Osthessen noch weiter zu toppen, legten die niederländischen Gastgeber mit dem „Kreuzberglied“ sogar noch einen drauf. Möllers spontane Reaktion auf die sympathische Geste der friesischen Freunde: „Wir sind verblüfft und begeistert.“

Besprechungsraum Fulda

Für Überraschung hatte Dokkumes Bürgermeisterin Marga Waanders bereits zur Begrüßung der Fuldaer Gäste – unter ihnen Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann sowie ihr Stellvertreter Franz Heimann mit Gattin und Möllers Ehefrau Michaela – im historischen Rathaus gesorgt. Als „kleine Premiere“ präsentierte Waanders den neuen Besprechungsraum „Fulda“. Verschiedene farbenfrohe Fotomotive, so eine stimmungsvolle Nachtansicht des Doms, eine Momentaufnahme während der Messfeier mit Pfarrer Paul Verheyen und Fuldas Weihbischof Karlheinz Diez  sowie ein atmosphärischer Blick auf das  Bonifatiusgrab schmücken zusammen mit einer sommerfrischen Stadtansicht Fuldas als Bildtapete den Ort, an dem Ratsherren und –damen diskutieren und Beschlüsse vorbereiten. Für Möller ein „schönes Zeichen der Verbundenheit,“ das er mit der Bemerkung kommentierte, „wir sind stolz und gerührt. Ja, wir fühlen uns in Dokkum wie zu Hause.“

Beeindruckend

Während des Kurzaufenthalts in der friesischen Bonifatiusstadt – übrigens ein endlich eingelöstes Versprechen des OBs – taten Dokkums charmante Bürgermeisterin sowie die Mitglieder des Freundschaftskomitees unter Vorsitz von Focko Visser und von Tjeerd Jorna tatkräftig unterstützt, alles, um diesen Eindruck noch zu vertiefen. Betont herzlich und freundschaftlich verlief der Empfang im eleganten Rokoko Ratssaal des Rathauses mit seinen allegorischen Gemälden des Malers Daniel Reynes, die allesamt Bezug zur Dokkumer Geschichte – natürlich auch zu Bonifatius – haben. Marga Waanders ermunterte die Freude aus Fulda, „Dokkums Geschichte und Kultur während des Aufenthalts zu begegnen“ und mit dem „Lauwersland“ eine authentische Landschaft zu entdecken. Mit gewinnenden Lächeln fügte die Rathauschefin hinzu: „Wir hoffen, Sie ein wenig beeindrucken zu können. Und wir möchten Ihnen zeigen, wie schön Nordostfriesland wirklich ist.“

Bonifatius-Musical auf Niederländisch

Fast parkähnlich, lieblich und schön – alles andere als herb – ist die Landschaft, die gerade durch das tiefe Blau des Spätsommerhimmels und mit dem satten Grün der weiten Ebene ihren ganzen Charme entfaltet. Herzlich, sympathisch und offen sind ihre Menschen, meint auch Gerhard Möller, der in der Verbindung zwischen Dokkum und Fulda etwas ganz Besonderes sieht. Bonifatius sei das entscheidende Bindeglied jenes Bandes, das von der Vergangenheit bis in die Gegenwart reicht. Dass die Dokkumer nach Ankündigung von Bürgermeisterin Waanders 2012 nun auch das Bonifatius-Musical in einer niederländischen Version aufführen wollen – die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren -  freut Fuldas OB sehr.

In Liebe und Respekt begegnen

Möller wie auch Dokkums Rathauschefin sowie der Vorsitzende des Freundschaftskomitees Visser  hoben einhellig die Bedeutung der Städtefreundschaft hervor. Sie stehe für „Begegnung, sich näher kennen zu lernen, mehr vom anderen zu erfahren und letztlich den eigenen Horizont zu erweitern.“ Den religiös motivierten Bogen zum Treffen spannte Pfarrer Paul Verheyen in einem Gottesdienst für die Besucher aus Fulda. Die Liebe zum Mitmenschen sei das von Jesus und Paulus verkündete Gebot.  Aus Menschenliebe und mit gegenseitigem Respekt einander zu begegnen, sei „Ziel unserer Städtefreundschaft,“ betonte der Pfarrer der katholischen Bonifatiusgemeinde in Dokkum.

OB startete Regatta

Besonders viel Mühe hatten sich die Dokkumer Freunde mit dem Programm gemacht: Abends ein Jazz-Konzert, aufgeführt auf einer Bühne mitten im Wasser einer der Hauptverkehrswege, vormittags Besuch der Bonifatiuskapelle, danach Rundreise durchs malerische Lauwersland vorbei an großen Höfen, niedlichen kleinen Fischerkaten, den obligatorischen Windmühlen und mit Blick auf Deiche und die „Deichschafe“  sowie zu guter letzt eine mehrstündige Boots-Fahrt auf der Lauwersee rundeten den angenehmen Eindruck ab, den Nordostfriesland bei den Fuldaer Gästen hinterlassen hat. Für OB Möller hatte sich Amtskollegin Waanders indes noch etwas ganz Außergewöhnliches einfallen lassen. Mit einem offenen Schnellboot  ließen sich beide zu einem ehemaligen Seenotrettungskreuzer übersetzen, von wo aus Fuldas Verwaltungschef durch Flaggenheben den symbolischen „Startschuss“ für eine Regatta mit zwölf typisch friesischen Flachbooten geben durfte. (mb)

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