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Suchen, gehorchen, beschützen – Deutsche Meisterschaft VPG des Rassezuchtvereins für Hovawart-Hunde e.V.

Künzell. Am 01. Oktober findet die diesjährige Deutsche Meisterschaft der Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG) des Rassezuchtvereins für Hovawart-Hunde e.V. (RZV) statt. Auf dem Sportplatz Oberrode vor den Toren Fuldas werden 14 Teams ihr Können in dieser anspruchsvollen Hundesportart unter Beweis stellen müssen, um den begehrten Titel „Deutsche(r) Meister(in) VPG“ mit nach Hause zu nehmen. Die Konkurrenz ist groß: Hundesportler aus ganz Deutschland haben sich im Vorfeld für das sportliche Highlight des RZV qualifiziert. In drei Sparten – Fährte, Unterordnung und Schutzdienst – werden die Teams Mensch/Hovawart die drei Leistungsrichter von den Qualitäten eines Gebrauchhundes überzeugen müssen: der Vielseitigkeit. Gefordert werden eine ausdauernde und intensive Suchleistung, eine gehorsame, aber dennoch freudige Führigkeit und ein selbstbewusster, aktiver und belastbarer Schutztrieb. In allen drei Bereichen müssen die Teams Mensch/Hovawart bestehen, um schlussendlich die Nase vorn zu haben.

„Im Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde leisten die Hunde viel. Dieser Sport und die dazugehörige Ausbildung kommen den angeborenen Qualitäten eines Gebrauchshundes am nächsten“, erläutert Peter Thome, Präsident des RZV. Dabei geht es nicht um Dressur oder Abrichtung, sondern um die Förderung der Triebanlagen mit dem Ziel, dem Hund entsprechend seines Naturells annähernd gerecht zu werden. Denn bedingt durch die heutige Umwelt, kann der Mensch dem Hund nur mehr in geringem Maße das bieten, was er braucht und ihm auch Freude bereitet. Als Ersatz bietet sich eine an das Wesen des Hundes angelehnte Ausbildung an – bei einem Gebrauchshund ist dies der Vielseitigkeitssport. So wird dem Hund im Kleinen das geboten, was schon den Alltag seiner wölfischen Vorfahren bestimmte: Aufspüren der Beute, Eingliederung und Unterordnung ins Rudel und Erkämpfen der Beute. Der Hund darf das tun, was seinem Naturell entspricht.

„Dabei ist es wichtig zu betonen, dass das Kämpfen um die Beute und das Siegen über den Helfer beim Hund in keiner Weise Aggressivität gegen den Menschen erweckt, sondern sogar hilfreich ist, falls man eine allzu selbstbewusste Hundepersönlichkeit an der Leine hat“, betont Willi Bittner, Übungsleiter des Vereins und verantwortlich für die Ausbildung der Trainer. Thome ergänzt: „Im Schutzdienst geht es ausschließlich um die Beute – den Juteärmel. Auf unseren bundesweit vorhandenen RZVÜbungsplätzen dürfen nur geschulte Ausbilder und Schutzdiensthelfer die Hunde arbeiten.“ Bis ein Team soweit ist, dass es an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen kann, hat es jahrelange Arbeit hinter sich: mehrmals die Woche Training auf dem Hundeplatz, zahlreiche Prüfungen, Lehrgänge mit fremden Helfern für die Routine des Hundes und Seminare, die selten vor der Haustür liegen. Hundesportler, die ganz oben mitlaufen wollen, investieren viel. Ohne Leidenschaft, Nervenstärke und unermüdliches Engagement ist das nicht zu schaffen.

Neben dem spannenden Wettkampf um den Titel erwartet die Zuschauer weitere Stände „rund um den Hund“. Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Die VPG-DM beginnt um 7:30 Uhr mit dem Absuchen der Fährten. Das Fährtengelände befindet sich in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes und ist für Zuschauer bequem zu Fuß zu erreichen. Um 9:00 Uhr wird die Veranstaltung auf dem Gelände offiziell eröffnet. Hintergrund: Der Hovawart stammt aus Deutschland und gehört zu den anerkannten Gebrauchshunderassen. Er ist mittelgroß, langhaarig und kraftvoll. Sein Name stammt aus dem Mittelhochdeutschen: „Hova“ = der Hof und „wart“ = der Wächter. Erste Erwähnungen finden sich ca. Mitte des 13. Jhds. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 63–70 cm, Hündinnen 58-65 cm. Es gibt ihn in den Farben schwarz, blond und schwarzmarken (schwarz mit blonden Abzeichen). Vielseitig einsetzbar, ist der Hovawart von der Veranlagung her ausgeglichen und ruhig, besitzt Selbstsicherheit und Belastbarkeit, mittleres Temperament, Schutztrieb und eine sehr gute Nasenveranlagung.

Für einen Gebrauchshund harmonisch abgestimmte körperliche Verhältnisse und eine besondere Bindung an seine Familie machen ihn zu einem eindrucksvollen Begleit-, Wach-, Fährten- und Schutzhund. Der Rassezuchtverein für Hovawart-Hunde e.V. (RZV), gegründet 1948, ist mit ungefähr 800 eingetragenen Welpen pro Jahr der größte und älteste Zuchtbuch führende Verein für Hovawarte im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Seinen ca. 5.000 Mitgliedern bietet er neben einer intensiven Zuchtbetreuung, Züchterschulungen und Seminaren, bundesweit ein vielfältiges Ausbildungs- und Sportprogramm rund um den Hovawart inklusive Welpenschulen an. Er betreut nationale und internationale Ausstellungen und unterhält enge Beziehungen zu den Hovawart-Zuchtverbänden in anderen europäischen Ländern. So fördert er als Mitinitiator der 1983 gegründeten Internationalen Hovawart-Föderation (IHF) die Zucht durch Deckrüdenaustausch und eine länderübergreifende Erfassung von Zuchtdaten. www.hovawart.org

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