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ÜWAG hält hohes Niveau: Ausschüttung von 9,7 Mio. Euro

Fulda. Auch im 99. Jahr ihres Bestehens hat die Überlandwerk Fulda Aktiengesellschaft (ÜWAG) den Stromabsatz weiter gesteigert und kann auf ein gutes Geschäftsjahr 2010 zurückblicken. Die kommunalen Eigentümer erhalten wie in den Vorjahren eine Ausschüttung von insgesamt 9,7 Millionen Euro. Mit 3,9 Milliarden Kilowattstunden hat der Stromabsatz des führenden osthessischen Energieversorgungsunternehmens im vergangenen Jahr die Bestmarke aus dem Jahr 2009 noch einmal um drei Prozent übertroffen. Der Umsatz der ÜWAG-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2010 um fast zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 409 Millionen Euro (netto, ohne Stromsteuer).

Mit rund 13,5 Millionen Euro liegt der Konzernjahresüberschuss 2010 über Vorjahresniveau. Die Erhöhung resultiert unter anderem aus der Vorwegnahme negativer Ergebniseinflüsse durch die Netz-Regulierung in den Vorjahren, die nun zu einem Sondereffekt durch bilanzielle Verrechnungen führte. „Aus dem Ergebnis schütten wir auch in diesem Jahr rund 9,7 Millionen Euro an unsere kommunalen Anteilseigner aus“, kündigte ÜWAG-Vorstand Dipl.-Ing. Günter Bury jetzt vor der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Überlandwerk Fulda-Hünfeld-Schlüchtern an. Der Zweckverband ist der Alleinaktionär der ÜWAG; in die Verbandsversammlung entsenden die vier kommunalen Eigentümer – Stadt und Landkreis Fulda, Main-Kinzig-Kreis und Landkreis Hersfeld-Rotenburg – ihre Mitglieder.

Vier Millionen Euro fließen in die Rücklagen der ÜWAG. „Wir brauchen Mittel für die immer weiter steigenden Herausforderungen des Wettbewerbs und der Regulierung – und für unser Engagement für den Umbau der Energiewirtschaft in der Region“, begründete Vorstand Bury. So prüft die ÜWAG Investitionen in Windkraftanlagen vor Ort ebenso wie die Beteiligung an einem neuen deutschen Pumpspeicherkraftwerk, um die dringend benötigten Speicherkapazitäten mit auszubauen. Darüber hinaus ist der kontinuierliche Ausbau des Stromnetzes erforderlich, um den erwarteten Zuwachs an Energie aus immer mehr dezentralen erneuerbaren Quellen aufzunehmen.

Ausschüttung fließt ausschließlich in kommunale Kassen

Die Ausschüttung beträgt anteilig (alle Angaben brutto und gerundet) 5,1 Millionen Euro für den Landkreis Fulda, 3,9 Millionen Euro für die Stadt Fulda, 610.000 Euro für den Main-Kinzig-Kreis und 133.000 Euro für den Kreis Hersfeld-Rotenburg. Über den wichtigen Beitrag zu den kommunalen Haushalten hinaus trägt die ÜWAG mit unterschiedlichsten Projekten zur Weiterentwicklung der Region bei. Im Geschäftsjahr 2010 haben der heimische Energieversorger und seine sieben Tochterunternehmen viele Weichen für die künftige Entwicklung gestellt. „Richtung: Zukunft“ ist daher der Geschäftsbericht des Unternehmens für 2010 überschrieben.

In der Verbandsversammlung zog ÜWAG-Vorstand Günter Bury Bilanz der Aktivitäten. „Bei den Bewerbungen um die neuen Konzessionsverträge in der Region haben wir breite Zustimmung gefunden: In den meisten Städten und Gemeinden unseres Netzgebiets wurde bereits entschieden, dass die ÜWAG auch für die kommenden 20 Jahre Partner für die zuverlässige Energieversorgung ist“, berichtete er. Das Netz der ÜWAG wird zudem wachsen, da sich fünf fränkische und zwei thüringische Gemeinden erstmals für die Zusammenarbeit mit dem osthessischen Energieversorgungsunternehmen entschieden haben.

Zukunftsausrichtung bei Netzgesellschaft und Verkehrsbetrieben

Durch die Ausgliederung des Bereichs Technischer Service der ÜWAG in die ÜWAG Netz GmbH wurde das Netz-Tochterunternehmen der ÜWAG zum 1. Juli 2010 zu einer breit aufgestellten Netzgesellschaft. Die ÜWAG nimmt daher in Zukunft noch stärker steuernde Aufgaben einer Holding wahr. Wichtige Entscheidungen für die Zukunft der ÜWAG-Verkehrsbetriebe fielen ebenfalls im Geschäftsjahr 2010: So werden die ÜWAG-Busse bis 2019 die Verbindungen im öffentlichen Personennahverkehr der Stadtregion Fulda weiter bedienen. Ab Dezember 2011 trägt die ÜWAG-Gruppe darüber hinaus erstmals die Verantwortung für den Buslinienverkehr im gesamten Landkreis Fulda.

Ein weiteres wichtiges Projekt der ÜWAG auf dem Feld der Mobilität war 2010 die Inbetriebnahme der ersten Stromtankstelle Osthessens in Fulda. Feldversuche mit der Stadt und dem Landkreis Fulda zur Nutzung elektrischer Fahrzeuge laufen ebenfalls. Zukunftstechnologie bietet die ÜWAG seit 2010 ihren Kunden auch mit Smart-Meter-Technologie und einem entsprechenden Tarif, der für den sparsamen Einsatz von Energie sensibilisiert und hilft, die Energiekosten zu optimieren.

Breitband, Windkraft und Umorientierung bei Kraftwerks-Planung in Krefeld

Ein neues Geschäftsfeld hat die ÜWAG im Geschäftsjahr 2010 mit einer Machbarkeitsstudie vorbereitet: die Breitbandversorgung der Region. Die Satzungen des Zweckverbandes und der ÜWAG wurden entsprechend geändert. Das Pilotprojekt in der Gemeinde Dipperz wird die erste Breitband-Aktivität der ÜWAG. Mit dem Baubeschluss für den Windpark Borkum West II haben die 34 Gesellschafter der Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG grünes Licht für den ersten Bauabschnitt des kommunalen Gemeinschaftprojekts mit insgesamt 200 Megawatt Leistung gegeben. Die ÜWAG investiert bis zu 22 Millionen Euro in die Windstrom-Erzeugung auf hoher See. Mit ihren 12,3 Megawatt Leistung können über 45 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden – so viel, wie rechnerisch fast 13.000 Durchschnittshaushalte verbrauchen.

Vor dem Hintergrund der Energiewende beschleunigt sich der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. In der Region engagiert sich die ÜWAG als kommunaler Energieversorger. Das Unternehmen steht auch bereit, die Windenergie im Zweckverbandsgebiet auszubauen. Der neu zu fassende Regionalplan Nordhessen wird verstärkt Möglichkeiten für Windenergieanlagen in Osthessen schaffen. Daher wird die ÜWAG in Kürze mit Kommunen, Projektentwicklern und Gutachtern in Kontakt treten.

Seit Ende 2010 untersucht die Trianel Kohlekraftwerk Projektgesellschaft mbH & Co. KG (TKK), an der die ÜWAG als Kommanditist beteiligt ist, die Option eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD-Kraftwerk) am Standort Krefeld. Die ÜWAG ist an einer entsprechenden Vorprojektentwicklung beteiligt und erhält sich so das Optionsrecht auf einen Leistungsanteil von 60 MW an einem möglichen Gaskraftwerk. Durch den politisch beschlossenen beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie steigt die Attraktivität von flexibel einsetzbaren GuD-Kraftwerken. Die Entscheidung für oder gegen eine konkrete Projektentwicklung soll voraussichtlich am 7. Juli 2011 getroffen werden

„Die ÜWAG geht mit Zuversicht in die Zukunft und kann im kommenden Jahr auf ein erfolgreiches Jahrhundert zurückblicken. Wir haben die Energieversorgung für die Region aufgebaut und werden nun Innovationskraft, Erfahrung und wirtschaftliches Potenzial in den Umbau der Energiewirtschaft in unserer Heimat einbringen“, fasste ÜWAG-Vorstand Günter Bury zusammen.

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