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Roverrunde hilft auf Ev. Kirchentag in Dresden

Wächtersbach. Zu einer guten Tradition ist es mittlerweile für die Rover und Leiter des Stammes St. Bonifatius Wächtersbach der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) geworden, auf Kirchentage und Katholikentage zu fahren. Nachdem es 2006 und 2008 eine Fahrt als Teilnehmer zu den Katholikentagen in Saarbrücken und Osnabrück gab, meldete sich zum Ev. Kirchentag in Bremen 2009 erstmals eine Gruppe als Helfer an. Auch zum Ökumenischen Kirchentag 2010 in München waren 20 Rover und Leiter mit vollem Einsatz dabei, und so stand schon lange fest, beim diesjährigen Ev. Kirchentag in Dresden wieder zur Stelle zu sein.

Leider waren in der neuen Roverrunde noch nicht alle 16 Jahre alt, und so konnte sich diesmal nur ein Teil der Gruppe anmelden. Wie bei einem Helfereinsatz üblich reiste die Gruppe schon am Dienstag Abend an, um ihr Quartier im Romain-Roland-Gymnasium zu beziehen. Die speziell als Helferquartier ausgewiesene Schule schockierte die Gruppe dann allerdings etwas. „Kaputte Fenster, Schimmel an den Wänden, überall bröckelt der Putz – das Ding kann man ja nur noch abreißen!“, fasste Yannick Storck den Zustand der Schule passend zusammen. Später sollte sich allerdings herausstellen, dass die Schüler des Gymnasiums Anfang September wieder in ihre „eigentliche“ Schule, einem nun fertig renovierten Barockbau, umziehen werden.

Der Mittwoch gestaltete sich für die 9 Helfer aus Wächtersbach wie zu vergangenen Einsätzen: Nach der Einweisung an den Einsatzorten der nächsten Tage machte man sich auf zu den Elbwiesen, wo vor dem Panorama der Dresdner Altstadt der größte der vier Eröffnungsgottesdienste des Kirchentags stattfand. Die Aufgabe bestand darin, „Feld E“ zu sichern und die Fluchtwege freizuhalten. Da es sich hierbei um das „Posaunen-Feld“ direkt an der Bühne handelte, war man mitten im Geschehen. Auch zum „Abend der Begegnung“ blieb die Gruppe als Ordnungsteam im Feld, das nun allerdings deutlich spärlicher besetzt war. So konnten alle gemütlich das stimmungsvolle Abendgebet verfolgen, bei dem vor dem Blick auf die in Kirchentagsmagenta beleuchtete Altstadt 30.000 Kerzen auf der Elbe vorbeizogen.

Die nächsten 3 Tage war die Gruppe für die Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt eingeteilt, die zu Podiumsdiskussionen, Bibelarbeiten und künstlerischen Veranstaltungen über 1000 Kirchentagsbesuchern Platz bot. Hier galt es, die Ein- und Ausgänge zu sichern, Eintrittskarten zu kontrollieren, Fragen aus dem Publikum entgegen zu nehmen sowie den großen Saal des Gemeindezentrums zu betreuen, in dem regelmäßig Bands „Neues Geistliches Lied“ präsentierten. Die Kirche zu „verteidigen“ war manchmal gar nicht so einfach: „Zur Bibelarbeit mit Klüngelbeutel kamen über 3000 Menschen. Manche Besucher werden ganz schön aggressiv, um irgendwie noch in die Kirche zu kommen. Wenn man da nicht konsequent bleibt, wird man von den Leuten einfach überrannt“, berichtet Anne Dehler von den oft überfüllten Veranstaltungen in der Kirche.

Im Gegensatz zum Einsatz im Vorjahr konnten sich die 9 Helfer dieses Jahr über ein Zwei-Schicht-System freuen, so dass jeder nur von 8.30 Uhr bis 15 Uhr oder von 15 Uhr bis 22.30 Uhr arbeiten musste. Der Rest der Zeit wurde damit verbracht, Veranstaltungen des Kirchentags zu besuchen oder durch die Dresdner Alt- und Neustadt zu schlendern. Beliebt waren hier natürlich vor allem die großen Konzertveranstaltungen wie die „Wise Guys“, die Gospelnight oder Aura Dione. Nachdem alles rund um die Martin-Luther-Kirche am Samstag Abend aufgeräumt war, gab es noch ein kleines Highlight: Der Küster der Kirche schloss den Aufstieg zum 81 Meter hohen Turm auf, wo die Pfadfinderinnen und Pfadfinder einen grandiosen Blick über das nächtliche Dresden genießen konnten.

Die Nacht zum Sonntag gestaltete sich dann kurz, um 5 Uhr klingelte der Wecker, damit alle die Schule mit fertig gepackten Rucksäcken um 6 Uhr verlassen konnten. Die letzte Hürde, die es zu meistern galt, war der Abschlussgottesdienst in den Elbwiesen mit 120.000 Besuchern. Der Gruppe wurde dabei eine ganz besonders verantwortungsvolle Aufgabe zugewiesen: Die Verteilung des Abendmahls. Um solche Menschenmassen mit Brot und Wein zu versorgen, gab es insgesamt 99 Abendmahlstische, von denen aus mehrere Teams die Felder „durchkämmten“. Die Wächtersbacher bildeten hierbei 2 Teams für einen Tisch, 2 weitere Teams kamen von einer anderen Gruppe aus dem Rhein-Main-Gebiet.

Nach dem Gottesdienst war es dann endlich geschafft. Die Gruppe machte sich auf den Heimweg gen Westen – so wie auch alle anderen Besucher des Kirchentages, wodurch die Heimreise dann fast doppelt so lange dauerte wie die Hinreise. Auch wenn es anstrengend, das Wetter oft unerträglich heiß und die Besucher manchmal schwierig waren – beim nächsten Kirchtentag in Hamburg gibt es mit Sicherheit wieder ein Helferteam aus Wächtersbach, und beim Katholikentag 2012 in Mannheim natürlich auch.

Weitere Infomationen zur Arbeit der DPSG St. Bonifatius Wächtersbach sind unter http://www.stamm-bonifatius.de/ zu finden.

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