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Ein Drittel aller Ortsteile im Vogelsberg braucht mehr Breitband-Power

Vogelsbergkreis. Jetzt liegen die Ergebnisse der von Vogelsberg Consult gestarteten Ausschreibung vor: Zwei Drittel aller Orte haben eine ausreichende Internetanbindung nach EU-Definition, ein Drittel aber nicht. In 61 der 185 Ortsteile im Vogelsbergkreis müssen Internetnutzer mit weniger als einem Megabit/Sekunde Datentransfer auskommen. Es gibt keinen einheitlichen technischen Weg, diesen Mangel zu beheben. Bis Ende 2012 werden alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis mit mindestens zwei Mbit/s surfen können. Eine Funklösung wird dabei in vielen Fällen ein wichtiger Zwischenschritt vor der Versorgung per Kabel sein und auch den Vorrang vor LTE-Mobilfunk-Varianten haben. Die Städte und Gemeinden erhalten Unterstützung von der Vogelsberg Consult beim Stellen von Anträgen für EU-gestattete Beihilfen.

Die Investition eines Funknetzanbieters mit einer Kreisbürgschaft abzusichern, hat aus rechtlichen Gründen nicht funktioniert – der jetzige Weg wird zum Ziel führen. Landrat Marx wird wegen der Beihilfe-Anträge unterstützend beim Wirtschaftsministerium vorstellig werden, um im Sinne der Gemeinden für eine schnelle Umsetzung zu werben. Diese Nachrichten sind in Kurzfassung das Ergebnis einer Ausschreibung und Analyse des Marktes, des jetzigen Zustands der Versorgung und des Bedarfs im Bereich Breitbandversorgung. Vogelsberg-Consult-Geschäftsführer Thomas Schaumberg und Axel Eiring, Geschäftsführer Athanus GmbH, stellten Landrat Rudolf Marx die Ergebnisse der Studie vor. „Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache“, zeigte sich Marx erfreut.

Damit Beihilfen an einen Anbieter gewährt werden können, damit sich seine Investition lohnt und die Bürger möglichst schnell besser versorgt werden, müssen nach EU-Recht strenge Regeln befolgt werden. Thomas Schaumberg nannte ein ganzes Bündel von Bedingungen, die allesamt erfüllt sein müssen, damit Geld vom Land fließen kann:

Erstens: Marktversagen – das liegt hier im Vogelsberg klar vor. Der Markt soll es eigentlich richten – er tut es aber nicht, weil die Aussicht auf Gewinne zu gering ist. Zweitens: Unterversorgung – auch die liegt klar vor, denn viele Orte haben weniger als 1 Mbit/s Datentransfergeschwindigkeit. Drittens: In einem Ort müssen mindestens fünf Prozent der Haushalte unterversorgt sein, und diese Haushalte müssen ihren Bedarf auch deutlich machen. Auch dieses Kriterium ist erfüllt. Und auch die vierte Voraussetzung für eine „Regulierung“ – so wird die Beihilfe, also der Landeszuschuss nach EU-Recht genannt – liegt vor: Kein anderer Anbieter gewährleistet eine ausreichende Versorgung.

Axel Eiring, dessen Technologie-Beratungsunternehmen Athanus Partners die Marktanalyse in allen Orten des Vogelsbergkreises im Auftrag der Vogelsberg Consult durchgeführt hat, berichtete von einer großen Bereitschaft der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, nach dem erfolgten Interessenbekundungsverfahren nun entsprechende Beihilfe-Anträge zu stellen. Thomas Schaumberg geht davon aus, dass in den kommenden zwei Monaten alle 16 in Frage kommenden Großgemeinden Anträge gestellt haben werden. Zurzeit sind es bereits zehn. Drei Großgemeinden haben eigene Lösungen oder sind bereits komplett versorgt.

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