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Adoptionsvermittlungsstelle wird vermehrt in Anspruch genommen

Hünfeld. Die interkommunale Zusammenarbeit der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie der Stadt Fulda bei der Adoptionsvermittlung hat sich bewährt. In diesem Urteil waren sich die Teilnehmer am Bilanzgespräch der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle einig, die sich in der Außenstelle des Landratsamtes in Hünfeld befindet. Die vorgelegten Zahlen seien beeindruckend und zeigten, dass die Angebote der Adoptionsvermittlungsstelle immer mehr in Anspruch genommen würden, betonte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld. Nach Einschätzung seiner Amtskollegin aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Elke Künholz, hätten sich mögliche Bedenken, ob die Bürger die geografische Schwelle zum Nachbarkreis überwinden würden, als unbegründet erwiesen.

Auch der Leiter des städtischen Jugendamtes, Stefan Mölleney, der den terminlich verhinderten Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel vertrat, warb für die Fortsetzung der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Adoptionsvermittlung, die es in dieser Form nur noch zweimal in Hessen gebe. Die beiden Sozialpädagoginnen Ines George und Irmgard Plappert, die die seit vier Jahren bestehende gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle leiten, berichteten von einem spürbaren Anstieg des Arbeitsaufkommens. Als Gründe nannten sie neben dem zunehmenden Bekanntheitsgrad der Einrichtung vor allem eine zahlenmäßige Verdoppelung der Adoptionsvermittlungen und Adoptionsbegleitungen sowie die Zunahme der Stiefkindadoptionen um ein Drittel. Besonderen Wert lege man auf eine intensive Vorbereitung der Bewerber und eine solide Nachbetreuung als Voraussetzung für gelingende Adoptionen. Auch gebe es bei Adoptivfamilien einen große Beratungs- und Informationsbedarf sowie den Wunsch nach Erfahrungsaustausch.

Im Jahr 2010 betreute die Adoptionsvermittlungsstelle 105 Klienten, wobei 58 Personen erstmals Kontakt aufnahmen. Insgesamt wurden 19 Stiefkindadoptionen und acht Fremdadoptionen im Inland begleitet. Eine weitere Adoption kam in diesem Frühjahr hinzu. Außerdem verzeichnet die Statistik neun Auslandsadoptionen. Es sind 13 Adoptivbewerberpaare anerkannt – weitere fünf befinden sich im Eignungsverfahren. Die Zahl der Herkunftssuchenden blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant. Die Veranstaltungen und Seminare waren gut besucht. Auch ist der jährliche Veranstaltungskalender zu einem festen Angebot geworden. Eine fachlich begleitete Elterngruppe befindet sich im Aufbau, eine Gruppe für adoptierte Jugendliche in der Planung.

An aktuellen Entwicklungen stellen die beiden Adoptionsvermittlerinnen einen zunehmenden Trend zur Umwandlung von Pflege- in Adoptionsverhältnisse, eine stärkere Zurückhaltung bei Auslandsadoptionen sowie eine steigende Zahl von Bewerbern fest, die bereits ein oder mehrere leibliche Kinder hätten. Darüber hinaus gebe es vermehrt Anfragen von anderen Jugendämtern und Einrichtungen aus dem ganzen Bundesgebiet nach geeigneten Bewerbern. In diesem Zusammenhang bemühe man sich auch um einen regelmäßigen fachlichen Austausch. Dieser diene unter anderem dem Ziel, zu einheitlichen Standards bei der Adoptionsvermittlung zu kommen, die wiederum Voraussetzung für mögliche Kooperationsvereinbarungen seien.

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