Fulda. „Mädchengeschichten“ die das Leben schreibt: Eine junge Frau, noch Schülerin wird im Urlaub ungewollt schwanger. Was ist zu tun? Sie fühlt sich allein, vertraut sich ihrer Freundin an. Die hat schon mal etwas vom Anonymen Telefon des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) gehört. Eine weitere „Geschichte“ beginnt, die einen Weg aus der scheinbaren Ausweglosigkeit zeigt. In der Fuldaer Marienschule spielen acht Schülerinnen der Klassen 9c und 9d ihren Klassenkameradinnen dieses Szenario vor. „Echt“ sind in diesem Spiel die SkF-Beraterinnen Ute Schmelz, Gerlinde Felmeden-Plass und Brunhilde Lindner sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Gabriele Büttner und Ursula Bettendorf. Im Rahmen der „Woche für das Leben“ informieren sie in Form des Rollenspiels über das Problem „Schwanger – und keiner darf es wissen“.
Immerhin entscheidet sich im Spiel die 15-jährige „Schwangere“ für das Leben, eine Abtreibung kommt für sie nicht in Frage. Doch ein Berg von Fragen und Problemen liegt vor ihr. Während ihres Anrufs beim Anonymen Telefon des SkF rät ihr die ehrenamtliche Mitarbeiterin, sich einen kostenlosen Termin bei der Schwangerenberatung des SkF Fulda geben zu lassen. Dort wird der jungen Frau im persönlichen Gespräch nahegelegt, unbedingt auch die Eltern zu informieren. Gleichzeitig wird die 15-Jährige auch mit der Adoptionsstelle des SkF vertraut gemacht. Dort erfährt sie im vertraulichen, verschwiegenen Gespräch, dass der SkF sich nach der Geburt um eine Vermittlung des Kindes an Adoptiveltern kümmern könnte. Schließlich wissen auch die Eltern Bescheid; sie werden ihre Tochter unterstützen, soweit dies möglich ist. Gleichzeitig knüpft die SkF-Mitarbeiterin aus der Schwangerenberatung Kontakte zu einer Familienhebamme, die Mutter und Baby für einige Zeit begleiten wird. Dazu kommt dann eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des SkF, die der jungen Mutter weiterhin helfend zur Seite stehen kann.
Soweit das Rollenspiel. Aufmerksam und gespannt verfolgten die Neuntklässlerinnen die „Mädchengeschichten“ in der Aula der Marienschule. Sie erfahren, dass junge Frauen heute mit ihren Fragen Sorgen und Nöten rund um eine ungewollte Schwangerschaft nicht allein sind, dass es beim SkF jede Menge Hilfe gibt, auch finanzieller Art. „Christen treten für das Leben ein“, hatte SkF-Diözesanreferentin Elisabeth Werthmüller zu Beginn der Veranstaltung formuliert. Gerade während der bundesweiten „Woche für das Leben“, die nun schon seit vielen Jahren bundesweit auf Initiative der katholischen und evangelischen Kirche organisiert wird, sei es wichtig daran zu denken, dass soziale Netze eine Gemeinschaft zusammen halten. Dazu leiste der SkF seinen Beitrag. In diesem Jahr sei der Fokus in der Woche für das Leben besonders auf die Bedeutung des Ehrenamtes in der Gesellschaft gerichtet. Eindrucksvoll zeigt sich das auch am Beispiel des SkF Fulda, in dem über hundert Ehrenamtliche in unterschiedlichen Bereichen tätig seien.
Der Leiter der Marienschule Fulda, Dr. Oswald Post, hatte vor Beginn der Veranstaltung die Wichtigkeit des Themenbereichs „ungewollte Schwangerschaft“ für Jugendliche in der heutigen Gesellschaft betont und dem SkF für die Initiative zu dieser Veranstaltung gedankt.