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Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises Fulda kümmert sich um Belange im Agrarbereich

Fulda. Obwohl der Strukturwandel in der Landwirtschaft auch vor der osthessischen Region nicht Halt macht, bedeutet die zurückgehende Zahl der Betriebe keinen geringeren Arbeitsanfall beim Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises Fulda. Fachdienstleiter Martin Sudbrock nennt als Grund, dass sich die Agrarförderung, die den Aufgabenschwerpunkt der insgesamt 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausmache, nach der landwirtschaftlichen Nutzfläche bemesse. Auch wenn sich die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den vergangenen Jahrzehnten stetig verringert hat, ist die landwirtschaftlich genutzte Gesamtfläche im Kreisgebiet nahezu unverändert geblieben. Sie beträgt 61.530 Hektar und wird von derzeit noch 2.280 Betrieben bewirtschaftet. Dabei gilt, dass die von den aufgebenden Betrieben freigesetzten Flächen von anderen, meist größeren Betriebe übernommen werden, damit diese wettbewerbsfähig bleiben können. Die durchschnittliche Betriebsgröße im Landkreis beläuft sich -mit steigender Tendenz – auf rund 30 Hektar.

Fotos (2): Max Colin Heydenreich

Beim Fachdienst Landwirtschaft handelt es sich um eine relativ „junge“ Abteilung der Kreisverwaltung. Sie wurde im Zuge der Kommunalisierung der unteren Landesbehörden zum 1. April 2005 gebildet und ist aus der ehemals staatlichen Abteilung Landwirtschaft des früheren Amtes für den ländlichen Raum entstanden. Im Fachdienst Landwirtschaft sind alle hoheitlichen Aufgaben der Landwirtschaftsverwaltung angesiedelt, wozu in erster Linie die Bearbeitung von Agrarförderanträgen gehört. Hinzu kommen unter anderem die Kontrolle landwirtschaftlicher Betriebe sowie die Mitarbeit bei Planungs- und Bauvorhaben.

Im Rahmen der Agrarförderung wird zwischen Flächenförderung und einzelbetrieblicher Förderung unterschieden. Bei der flächenbezogenen Förderung geht es insbesondere um Beihilfen der EU als Ausgleich für die niedrigen Agrarpreise und die hohen gesetzlichen Anforderungen an die Flächenbewirtschaftung. So haben in 2010 2.252 Landwirte eine Betriebsprämie erhalten. Insgesamt betrug das Fördervolumen 17 Millionen Euro. Weitere Beihilfen gibt es für Betriebe in benachteiligten Gebieten und Betriebe mit Milchviehhaltung. Kreisweit wurden an 1.589 Betriebe Ausgleichzahlungen für benachteiligte Gebiete und an 650 milchviehhaltende Betriebe Grünlandprämien bewilligt. Die Fördersummen beliefen sich auf 4.6 Millionen und 822.000 Euro.

Die Gewährung von Agrarbeihilfen ist an Vorschriften aus den Bereichen Umwelt, Lebens- und Futtermittelsicherheit sowie Tiergesundheit und Tierschutz gebunden. Die Einhaltung dieser Verpflichtungen wird durch regelmäßige Kontrollen überprüft, die vom Fachdienst Landwirtschaft koordiniert werden. Zur Berechnung der auf die bewirtschafteten Flächen bezogenen Beihilfen müssen in jedem Jahr die aktuell bewirtschafteten Flächen mittels Luftbilder neu ermittelt werden. Auch durch die EU-Zahlstelle finden Kontrollen statt, um fehlerhafte Förderungen auszuschließen. Bei der einzelbetrieblichen Förderung geht es entweder um bauliche Investitionen im landwirtschaftlichen Betrieb oder um Maßnahmen, die auf die Schaffung ergänzender Einkommensmöglichkeiten abzielen. In beiden Bereichen wurden kreisweit von 2006 bis 2010 im Jahresdurchschnitt 50 Millionen Euro investiert. Das durchschnittliche Investitionsvolumen je Betrieb lag bei 700.000 Euro. Insbesondere ging es dabei um Investitionen in landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude wie beispielsweise den Bau von Ställen, die mit insgesamt 7,6 Millionen bezuschusst wurden.

Aus diesen Summen wird ersichtlich, dass die landwirtschaftlichen Betriebe dem wirtschaftlichen Zwang unterliegen weiter zu wachsen, um durch den größeren Einsatz von Kapital und Technik immer effizienter zu arbeiten, wozu sie auf frei werdende Flächen angewiesen sind. Diesem Trend zur Intensivierung und Vergrößerung können sich auch die Betriebe im Landkreis Fulda nicht entziehen. Damit verbunden ist ein sich wandelndes Bild von Landwirtschaft, Landschaft und Dorf. Fachdienstleiter Sudbrock. „Aus bäuerlichen Familienbetrieben werden zunehmend Lohnarbeitsbetriebe.“

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