Fulda. Vor drei Jahren standen die 20 jungen Leute noch ohne jede Aussicht vor dem Arbeitsmarkt: Die Anforderungen der freien Stellen konnten sie mit ihren Talenten nicht erfüllen. Sieben von ihnen sind nun ausgebildete Fachkräfte für Verkaufsvorbereitung oder Textilreinigung, zwei Holzbearbeiter, drei haben die Ausbildung zum Beikoch bestanden und acht sind geprüfte Hauswirtschafterinnen oder Hauswirtschaftshelferinnen. Diese sogenannten „Reha-Ausbildungsberufe“ gibt es in dieser Vielfalt erst seit wenigen Jahren. Sie sind auf Initiative der Agentur für Arbeit Fulda und der IHK Fulda im Landkreis Fulda etabliert worden.
Viele Betriebe unterstützen diese neuen Berufe, die jungen Leute eine Perspektive bieten: Sie haben jetzt nach der Lehre bei Grümel eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt. Damit können sie ihr eigenes Geld verdienen und ihr Leben selbst gestalten. Die Lehrlinge waren vor der Ausbildung lernbehindert oder waren körperlich oder psychisch beeinträchtigt. Eine gewöhnliche Lehre war für sie eine zu hohe Hürde. Das gemeinnützige Unternehmen Grümel hat die praktische Ausbildung organisiert, die Konrad-Zuse-Berufsschule in Hünfeld hat die Theorie gelehrt.
Gefördert wurden die Ausbildungsgänge von der Bundesagentur für Arbeit. Viele heimische Unternehmen haben Praktikumsplätze zur Verfügung gestellt. Das Experiment der Ausbildung hat sich bislang als Erfolg erwiesen. Einige der frisch Ausgebildeten hat bereits eine feste Arbeitsstelle gefunden, fünf weitere beginnen eine anspruchsvollere weitere Ausbildung.
Maria Pütz von der IHK Fulda hat den Lehrlingen in der Propstei Johannesberg ihre Zeugnisse überreicht. Ein Tag der Freude für die Jugendlichen und der verdiente Lohn, dass alle die drei Jahre der Ausbildung durchgehalten haben – und am Ende auch ihre Abschlussprüfungen bestanden haben.