Vogelsbergkreis. Die Leistungen der europäischen Einigung und der deutsch-französischen Freundschaft kommen aus Sicht der überparteilichen Vogelsberger Europa-Union und des Lauterbacher Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums oft zu kurz. Um darüber zu debattieren, wie aktiv Europa und das deutsch-französische Paar sind, laden die Europa-Union und die Schule am nächsten Donnerstag, 29. April, um 19 Uhr zu einer Diskussion in den Lauterbacher Hof in Lauterbach ein.
Unter der Moderation des Europa-Union-Kreisvorsitzenden Dr. Volker Nies wird ein hochkarätiges Podium diskutieren. Zugesagt haben Dr. Henri Reynaud, der französische Generalkonsul in Frankfurt, Thomas Mann, Landesvorsitzender der Europa-Union und CDU-Europaabgeordneter, der für die Region zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Veit sowie der Historiker und Lehrer am Humboldt-Gymnasium, Dr. Michael Wagner.
Anlass für die Diskussion ist ein historischer Jahrestag. Am 9. Mai 1950 – also vor jetzt 60 Jahren – hielt der damalige französische Außenminister Robert Schuman eine bedeutende Rede. Der spätere Präsident des Europäischen Parlaments schlug vor, die Stahl- und Kohle-Industrien einer europäischen Behörde zu unterstellen. Aus Sicht der Europa-Union und des Humboldt-Gymnasiums war dies eine der Geburtsstunden der europäischen Einigung. Beide Organisationen nennen den Abend deshalb “Europas Einigung feiert Geburtstag”.
Schumans Vorschlag mündete in die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Daraus wurde später die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, dann die Europäische Gemeinschaft und schließlich die heutige Europäische Union.
“Wir haben viele Gründe, stolz auf die Europäische Einigung zu sein. Dass es der Politik gelang, nach dem Zweiten Weltkrieg alte Rivalitäten zu beenden und neue Freundschaften zu gründen, ist ein Wunder”, sagt Europa-Union-Kreisvorsitzender Volker Nies. Es sei wichtig, an einem solchen Jahrestag Bilanz zu ziehen und nach vorne zu sehen. “Ist die Europäische Einigung nach aktuell? Sind Deutschland und Frankreich noch Motoren in Europa? Oder haben Paris und Berlin ihren Elan verloren? Über diese Fragen wollen wir diskutieren”, sagt Nies.