Fulda. Unter dem Motto „100 Jahre gemeinsam unterwegs“ gestaltete die Bahnhofsmission Fulda am vergangenen Samstagnachmittag ihre Feierlichkeiten am Internationalen Tag der Bahnhofsmission. Die Leiterinnen Helga Stumpf und Monika Niestroj gaben in einer Andacht zum Auftakt einen Impuls über die gelebte Ökumene vor Ort. Das neue geistliche Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit“ bildete die Grundlage. Vier Ehrenamtliche nahmen durch ihre Fürbitten an der Andacht mit teil. Danach beantworteten sie Fragen der Besucher, bewirteten und schulterten geübt die Organisation.
Der Posaunenchor der Evangelischen Gesamtgemeinde Fulda unter Leitung von Joachim Enders spielte mit schwungvoll dargebotenem neuen Liedgut des Evangelischen Gesangbuchs zum Jubiläum in der Bahnhofshalle auf. Während dessen starteten die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission mit ihrer besonderen Los-Aktion: „Hoffnungslose“ für Reisende. Jedes Los könne zu einem Gewinn werden, wenn Samenkörner auf feuchtes, fruchtbares Land treffen. Man wisse ja, „jede Blume braucht Sonne, um zu gedeihen“, erklärt Helga Stumpf. So brauche auch der Mensch die Liebe, um Mensch zu werden. Damit dies gelingt, setzen sich 30 Ehrenamtliche mit ihren Leiterinnen in der Bahnhofsmission Fulda ein.
Die evangelischen und katholischen Bahnhofsmissionen in Deutschland schlossen sich im Jahre 1910 zu der landesweiten ökumenischen Arbeitsgemeinschaft der Interkonfessionellen Kommission für Bahnhofsmission, heute: Konferenz für kirchliche Bahnhofsmission (KKBM) zusammen. Somit stellt die Bahnhofsmission eine der ersten ökumenischen Einrichtungen dar und wurde zu einem Vorreiter praktischer Ökumene.
In den Bahnhofsmissionen ist durch diese jahrelange ökumenische Praxis ein großer Schatz gewachsen. Denn ökumenisches Miteinander setzt die Kenntnis um die eigenen Wurzeln genauso voraus wie den Respekt vor den Überzeugungen des anderen. Diese Grundhaltung spiegelt sich im wertschätzenden Umgang mit den Gästen der Bahnhofsmission wider und ist auch Kernpunkt des gemeinsamen Leitbildes: Bahnhofsmissionen sind offen für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion.



