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Lebende Bilder nach Silvestro Lega in der Kunststation

100412_Silvestro-Lega-1Kleinsassen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hofbieber und dem Hofbieberer Verein „Freundeskreis Italien e.V.“ zeigt die Kunststation eine bemerkenswerte Ausstellung und ein ungewöhnliches Kunstprojekt, das die Gemeindepartnerschaft zwischen der Großgemeinde Hofbieber und der in der Emilia Romagna gelegenen Bergregion zwischen Florenz, Bologna und Ravenna, der „Unione Montana Acquetana“, auf besondere Weise verwirklicht: Über 30 Teilnehmer aus der italienischen Partnerregion reisen an, um selbst zu „lebenden Bildern“ zu werden, eine Tradition, die vor allem im 19. Jahrhundert in ganz Europa beliebt war und heute noch in Italien gepflegt wird. An zwei Tagen, am 17. und am 18. April, werden auf diese Weise Motive berühmter Bilder mit lebenden Darstellern in historischen Kostümen nachgestellt.

Dabei geht es in Kleinsassen nicht um irgendeinen Maler. Einer der berühmtesten Söhne der Stadt Modigliana, mitten in der Unione ist der Maler Silvestro Lega (1826 – 1895). Seine großformatigen Gemälde, die Szenen aus dem Alltag der Menschen im 19. Jahrhundert zeigen, gelten als Vorboten des Impressionismus und als großartige Zeugnisse des italienischen Naturalismus. Insofern bieten sie Vorlagen für die „lebenden Bilder“, die die Kunststation in einen mit Leben erfüllten Kunstraum verwandeln. Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung sind außergewöhnliche Bonsai-Pflanzen aus dem Gebiet des Apennins, die von zwei Bonsaikünstlern aus der Gemeinde Modigliana präsentiert werden.

Diese aufwändige Aktion bildet den Auftakt zu einer Ausstellung, die dann bis zum 16. Mai in der Kunststation zu sehen sein wird und zeitgenössische Kunst aus der Partnerregion zeigt. Dabei vertritt der ebenso wie Silvestro Lega aus Modigliana stammende Künstler Giovanni Gurioli die italienische Seite und die mit der Kunststation verbundene Künstlerin Susanne Isabel Bockelmann die deutsche Seite.

Gurioli, wurde 1953 in Modigliana geboren, erwarb sein Diplom in künstlerischer Keramik in Faenza (RA) und ein weiteres Diplom in Malerei an der Akademie in Bologna, lebt und arbeitet heute in Cesena. Er hat vor allem in Italien, aber auch in Spanien, der Tschechoslowakei und in Russland ausgestellt und wird von einer Galerie in Mailand vertreten. Seine großformatigen abstrakten Skulpturen und Installationen fertigt er u.a. aus gebranntem Ton und Aluminium. Die rauen, erdfarbenen Oberflächen der Keramikteile gehen dabei einen reizvollen Kontrast mit dem silbern schimmernden Metall ein. So erinnern seine Skulpturen einerseits an hochartifizielle ästhetische Designobjekte, andererseits an organische Formen.

Die 1958 in Hameln an der Weser geborene und heute in Ebersburg lebende Künstlerin Susanne Isabel Bockelmann legt dagegen den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Grafik. Auch wenn das Oeuvre neben der Druckgrafik Malerei, Zeichnungen, Installationen und Kirchenfenster aufweist, ist doch der Holz- und der Linolschnitt in den letzten Jahren ihr eigentliche Ausdrucksmedium. Mit Messern und Hohleisen bearbeitet sie die Platten, um per Hand im Hochdruckverfahren ihre farbigen, oft großformatigen Grafiken zu erzielen. Sie zeigen fantastische Wesen, halb abstrakt, halb gegenständlich, aber auch ornamentale Kompositionen, die einen symbolhaften Duktus haben. Ihre Arbeiten waren außer in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, auch in Finnland, Indien, Schweden, Norwegen, Slowenien, Frankreich und Italien zu sehen. Mit der Kunststation ist sie seit vielen Jahren verbunden.

Die Ausstellung wird am Samstag, den 17. April 2010, 15 Uhr in der Kunststation eröffnet und dauert bis zum 16. Mai 2010. Die lebenden Bilder nach Silvestro Lega und die Bonsai-Pflanzen aus Modigliana werden am Samstag, 17.04. und am Sonntag, 18.04. von 13 bis 18 Uhr gezeigt.

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