Fulda. Gefällige junge Stimmen und flotte Musicalmelodien im Besprechungszimmer des OBs – selbst für Gerhard Möller ist das längst nichts Selbstverständliches. Aus Petersberg stammt die junge Truppe, die Fuldas Kulturdezernent mit einer gelungenen textlichen und musikalischen Eigenschöpfung überraschte. „Alles für Fulda“ lautet der Titel ihres Musicals, das im Petersberger Propsteihaus aufgeführt werden soll, inhaltlich aber jüngere Fuldaer Stadtgeschichte nach 1945 aufgreift. Möllers Kommentar nach der ersten Hörprobe: “Das Projekt ist ambitioniert und toll. Ihr Engagement finde ich hervorragend.“
Neues Terrain
Leonora Frohnapfel, eine junge Hamburger Studentin aus Künzell, spricht für den professionellen Laien-Kreis. 2006 sei das erste Musical „Lioba im Zeichen der Hoffnung“ noch in einer Kirche in der Heimatgemeinde aufgeführt worden. „Wir wollten jetzt einfach mal etwas anderes machen und uns auf ein neues Terrain begeben,“ begründet sie die Überlegung, sich nicht mehr einem religiösen, sondern einem historischen Thema zu widmen.
„Deshalb wollten wir etwas über Fulda machen und haben uns entschieden, unsere Geschichte nach dem zweiten Weltkrieg beginnen zu lassen.“ Denn, wenn man etwas macht, „muss es auch interessieren,“ betont Frohnapfel, die bei der Zielgruppe des Stücks vor allem an Familien denkt.
Zeitzeugen
„Wir haben die Zeit des Kriegsendes und frühe Nachkriegszeit als Rahmen gewählt, weil es jetzt noch Zeitzeugen gibt,“ präzisiert Musical-Komponist und künstlerischer Leiter Steffen Dargatz die inhaltliche Konzeption. Außerdem habe er Kontakt mit den Heimatforschern Gottfried Rehm und Günther Sagan aufgenommen. „Ich habe alle Bücher gelesen, die es zu diesem Thema gibt,“ ergänzt der Pädagoge. Im Mittelpunkt des Musicals „Alles für Fulda“ steht eine Familie, die in der Heinrichstraße lebt.
Berichte aus der damaligen Volkszeitung, der ersten nach dem Krieg wieder zugelassenen Tageszeitung, bildet den thematischen Rahmen. „Wir beginnen mit dem Osterwochenende 1945, einer Szene im Bunker.“ Am 1. April, so Dargatz weiter, „waren schließlich die Amerikaner endlich da.“ Aus diesem Stoff entspinnt sich die Handlung des Musicals, das insgesamt  fast zweieinhalb Stunden dauert. Mitwirken vor allem junge Laien-Akteure ab 12. „Alles junge Leute, die Lust an Musik oder am Schauspiel haben,“ unterstreichen Dargatz und Frohnapfel.
Spieltermine: 28.,29., 30 Mai sowie 4.5.6. Juni. Preise: 15 Euro für Erwachsene und 12 für Kinder. (mb)