Fulda. Die Jungen Liberalen (JuLis) Fulda lehnen die Vorverlegung der Sperrstunde zur Bekämpfung von gewalttätigen Auseinandersetzungen ab. Dies hatte der Fuldaer Polizeidirektor Lothar Wiese im Rahmen der Vorstellung der Kriminalstatistik vorgeschlagen. Bereits zuvor hatte Bürgermeister Dr. Dippel als zuständiger Ordnungsdezernent der Stadt Fulda eine Überprüfung der geltenden Sperrstundenregelung mehrfach ins Gespräch gebracht.
„Man darf nicht alle Leute in einen Topf werfen“, sagt der Kreisvorsitzende der FDP-Nachwuchsorganisation Mark Matthies (23). Die allermeisten Leute seien friedlich und würden durch die Einführung einer frühen Sperrstunde bestraft. Bürgermeister Dr. Wolfang Dippel doktere auf diese Weise nur an den Symptomen herum – zu Lasten der Lebensqualität.
„Die Stadt versucht auf Kosten der Besitzer von Lokalen und Diskotheken ein gesellschaftliches Problem zu lösen.“ Kürzere Öffnungszeiten könnten aus Sicht der JuLis für manchen Betreiber den Todesstoß bedeuten. „Dabei denken wir auch an die vielen Vereine, die auf die Einnahmen aus der Organisation von Feierlichkeiten angewiesen sind, um ihr Vereinsleben zu finanzieren“, so Matthies.
„Das Gewalt-Problem lässt sich durch eine frühere Sperrstunde nicht lösen“, sagt Matthies, der auch stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Hessen ist. Vielmehr würde eine Vorverlegung die Situation noch verschärfen: „Wenn viele Besucher zu bestimmten Zeiten gleichzeitig auf die Straße strömen, ist das kontraproduktiv: das Konfliktpotential und der Lärmpegel einer großen Menschenmenge erhöhen sich merklich “, folgert Matthies. Verkürzte Öffnungszeiten könnten manche Jugendliche außerdem eher animieren vor allem kurz vor Ausschankstopp noch schneller Alkohol zu trinken, was nicht im Sinne der Öffentlichkeit sein kann.
Die Jungen Liberalen Fulda fordern deshalb einen Verzicht auf eine frühere Sperrstunde. Die Freiheit der Bürger dürfe nicht aufgrund des Fehlverhaltens einiger weniger eingeschränkt werden, zumal die Maßnahme das Problem nicht lösen würde. Verlierer wäre die gesamte Fuldaer Innenstadt. Gaststätten und Kneipen würden bei kürzeren Öffnungszeiten Besucher verlieren.
Wenn man weniger Vandalismus und Gewaltdelikte wolle, müsse die Polizeipräsenz an den betroffenen Stellen wie dem Funpark kurzfristig erhöht werden. Dies sei eine wesentlich effektivere und verhältnismäßigere Maßnahme, so die JuLis. Gegebenenfalls müsste auch der Veranstalter stärker mit eigenen Ordnungskräften vor Ort sein. „Fuldas Innenstadt muss tags und nachts gleichermaßen leben“, schließt Matthies und betont, dass die JuLis Fulda sich in Zukunft verstärkt für die „Rettung des Fuldaer Nachtlebens“ einsetzen werden.