Tann. Mit einem fulminanten Finale wurde der Tanner Musiksommer 2009 am Sonntagabend in der Stadtkirche beschlossen: Sarah Kaiser und ihre Band spielten auf und begeisterten das Publikum.
Die Berlinerin gehört zu den bemerkenswertesten jungen Jazzsängerinnen in Deutschland. Gospel, Soul und Jazz bilden zwar die Eckpfeiler ihrer Musik, doch vor allem mit ihren Jazz-Bearbeitungen traditioneller Kirchenlieder von Paul Gerhardt hat sie sich einen Namen gemacht. Die Presse bejubelt vor allem diese Werke, die auch den Mittelpunkt des Tanner Konzerts ausmachten. Herausgekommen ist dabei ein gelungener und vom Publikum zu Recht bejubelter Abschluss der Rhöner Konzertreihe, der dank intelligenter Konzeption und exzellenter musikalischer Umsetzung restlos überzeugte.
Die Mitglieder des Ensembles gestalteten ihre Parts mit der ihnen eigenen Perfektion: Pianist und Arrangeur Samuel Jersak, Sopran- und Altsaxofonist Olaf Schönborn, Martin Simon am E-und Kontrabass und Lars Binder (Drums). Mit feinfühliger Wiedergabe legten sie sich wie ein Mantel um die alten Choralmelodien herum und formten sie neu aus. Es erklangen etwa „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ in moderner Concertoform, „Die güldene Sonne“ als Bossa-nova oder auch „Geh aus mein Herz und suche Freud“ und „Nun ruhen alle Wälder“. Dabei wurde an vielen Stellen die Grundintention der Vorlagen weiter in die Tiefe geführt, als man es sich in der traditionellen Version ausmalen könnte. Damit erschlossen die Musiker stets neu das Potential und die Kreativität der Vorlagen, versahen sie aber mit ihrer eigenen Note und mit atemberaubender musikalischer Wirkung.
Diese Wirkung wurde durch Illumination des Altarraumes noch verstärkt. Damit gelang der Abschluss als Höhepunkt, den sich viele hundert Zuhörer nicht haben entgehen lassen.



