Poppenhausen. Am Sonntag, 26. Juli, feierte der Ortsverband Poppenhausen sein sechzigjähriges Bestehen. Eingeleitet wurde die Feier mit einer Dankandacht in der Pfarrkirche St. Georg in Poppenhausen. Pfarrer Ferdinand Rauch gestaltete mit entsprechenden Beiträgen passend zu diesem Jubiläum eine würdige Andacht, in der auch den Lebenden und Verstorbenen des Verbandes gedacht wurde.
Im Anschluss konnte der Ortsverbandsvorsitzende Günther Rogalski zahlreiche Mitglieder und Gäste im Poppenhausener „Pfarrzentrum“ begrüßen. Ein besonderer Gruß galt dem noch lebenden Gründungsmitglied, Herrn Rudolf Ziegenbalg. Als Gäste zu dieser Feier waren unter anderen auch Herr Bürgermeister Manfred Helfrich, die Vorsitzenden des Bezirks- und Kreisverbandes, sowie Vorsitzende und Mitglieder aus benachbarten Ortsverbänden gekommen.
In einem kurzen historischen Abriss gab der 1. Vorsitzende einen Überblick über die Entwicklung des Ortsverbandes. Am 27. März 1949 wurde in einer Versammlung der „Kriegshinterbliebenen und Kriegsbeschädigten“ im Gasthaus „Zum Adler“ der Ortsverband Poppenhausen gegründet. Die Gründungsversammlung war von Herrn Willi Heller einberufen worden, der zu diesem Zeitpunkt bereits schon viele Jahre in der Kriegsopferorganisation tätig war. In dieser Versammlung wurden Herr Robert Metzler als 1. Vorsitzender, Herr Josef Feuerstein als Kassierer und Frau Rosina Lichtenhofer als Hinterbliebenenbetreuerin in den Vorstand gewählt. Unter dieser Führung wurde der Ortsverband bis zu den Vorstandswahlen am 01. Juli 1953 geleitet.
In den folgenden Jahren wurde die ehrenamtliche Tätigkeit als 1. Vorsitzender von den nachstehenden Kameraden wahrgenommen:
Herr Karl Hammer, Herr Josef Fischer, Herr Georg Kempf, Herr Willi Heller und Herr Rudi Reininger. In dieser Zeit übte auch Herr Robert Metzler verschiedene Tätigkeiten im Ortsverband aus und führte dann in der Zeit vom 13. Juli 1979 bis zu seinem Ableben am 17. Oktober 1996 den Ortsverband als 1. Vorsitzender. Sein Nachfolger wurde Herr Arnold Kern, der bis zu seinem Tod am 05. Nov. 2008 dieses Amt inne hatte. Der derzeitige 1. Vorsitzende, Günther Rogalski, würdigte deren Engagement und den persönlichen Einsatz. Ihr Handeln sei geprägt gewesen von dem Gedanken der sozialen Gerechtigkeit, dem Bemühen um gute Kameradschaft und Harmonie in dem Ortsverband.
Ein Spiegelbild für die Entwicklung des Ortsverbandes lässt sich auch über die Mitgliederzahlen ableiten. Bei der Gründung erklärten 25 Kameradinnen und Kameraden ihren Beitritt zu der ins Leben gerufenen Ortsgruppe. In den Folgejahren war ein reger Mitgliederzuwachs zu verzeichnen. Im Jahr 1956 zählte der Ortsverband bereits 75 Mitglieder, reduzierte sich auf einen Bestand von 27 Mitgliedern im Jahre 1990 und wuchs dann kontinuierlich wieder auf einen derzeitigen Bestand von 150 Mitgliedern an.
Waren es am Anfang noch die Interessen der Kriegsopfer, um die sich der VdK kümmerte, so sind es heute die sozialen Veränderungen in der Gesellschaft, mit denen sich der Sozialverband-VdK zu beschäftigen hat. Nicht nur mit der Änderung der inhaltlichen Aufgabenstellung, sondern auch mit dem Namenszusatz „Sozialverband“ wurde dieser Entwicklung Rechnung getragen.
Der heutige Sozialverband-VdK ist als Interessenvertreter der Menschen mit Behinderungen, der Seniorinnen und Senioren sowie der sozialversicherten Arbeitnehmer/innen bundesweit aktiv. Geholfen wird mit Rat und Tat bei sozialrechtlichen Problemen. „Kompetente VdK-Juristinnen und –Juristen stehen für einen umfassenden Sozialrechtsschutz zur Verfügung. Beistand, Hilfe und Beratung werden in praktizierter Solidarität jedem Mitglied zuteil“, ist ein wörtliches Zitat aus der Ansprache und angeregt von einer Überschrift aus einem Zeitschriftenartikel: „Behindert ist man nicht, behindert wird man.“ Es stellt sich die Frage: Wann sollte man dem VdK beitreten? Auf jeden Fall gilt der Rat bzw. Hinweis: „Aber bitte rechtzeitig!“.
Zu berichten war aber auch von den regelmäßigen Zusammenkünften und Feierlichkeiten, den gemeinsamen Ausflugsfahrten mit Bus oder eigenen PKW´s, die unter dem Motto: Im gemeinsamen Miteinander ist niemand allein! –
durchgeführt werden.
Im weiteren Verlauf galt es, einige Mitglieder für deren langjährige Mitgliedschaft zu ehren.
• für 10 Jahre:
Norbert Baier, Bernhard Böhm, Peter Grösch, Cornelia Grosch, Heinz Hämel, Wolfgang Hänchen, Silvia Kern, Alfred Klein, Reinhard Scharn und Richard Schwab
• für 25 Jahre: Anni Stüß
• für 50 Jahre: Anna Hahling
• für 60 Jahre: Rudolf Ziegenbalg
Beim Durchstöbern der Protokollaufzeichnungen war aufgefallen, dass wenn von Zusammenkünften, Ausflugsfahrten oder anderen Veranstaltungen die Rede war, dann endete die Aufzeichnung sinngemäß meist mit den Worten:
„Zum Schluss haben wir noch gemütlich in froher Runde zusammen gesessen!“
Dies war auch der Wunschgedanke des 1. Vorsitzenden, wie der heutige Nachmittag seinen Abschluss finden sollte.
Der Poppenhausener Bürgermeister, Herr Manfred Helfrich, dankte in einem Grußwort den „Verantwortlichen von früher und von heute“ für ihr soziales Engagement für die Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Gemeinde Poppenhausen. Er bezeichnete den Sozialverband VdK als wichtiges Instrument zur Vertretung der sozialpolitischen Interessen in einer Bevölkerung, in der immer mehr Menschen der Hilfe bedürfen, u.a. auch weil sie plötzlich und unvorhersehbar in eine hilfsbedürftige Lage gekommen seien.
Dies könne gleichermaßen ältere und auch jüngere Männer und Frauen treffen. „Die größten Herausforderungen unserer Gesellschaft werden in Zukunft der demografische Wandel und dessen Folgen mit sich bringen. Wenn die Zahl der älteren Menschen stark zunehme, so wachse damit auch die Zahl der Menschen, die Hilfe, Beratung und Betreuung brauchen“, der Bürgermeister abschließend, der dem VdK Ortsverband Poppenhausen eine gute und sichere Zukunft wünschte.
Für den VdK-Bezirksverband dankte Ludwig Heinemann besonders den Gründungsvätern für ihre weise Voraussicht, einen Verband mit menschlichem Engagement vor Ort zu gründen. Der Kreisvorsitzende Rudolf Schmitt verwies auf die hervorragende Entwicklung des VdK-Sozialverbandes Hessen, der sich von 18000 Mitgliedern im Jahre 1947 auf aktuell 220.000 Mitglieder in den hessischen Ortsverbänden entwickelt hat, „was auch ein aktuelles Zeichen für zunehmende Hilfsbedürftigkeit in unserer Gesellschaft darstellt“.
Zum Schluss bedankte sich der 1. Vorsitzende bei allen, die zum Gelingen der Jubiläumsfeier beigetragen hatten und forderte die Anwesenden auf, sich weiterhin engagiert für die Belange des Sozialverbandes einzusetzen.