Fulda. Obwohl Mädchen im Schnitt die besseren Noten und Schulabschlüsse haben, schöpfen sie ihre beruflichen Möglichkeiten nicht voll aus. So entscheidet sich die Hälfte der weiblichen Auszubildenden weiterhin für einen von zehn mädchentypischen Berufen. Darunter befindet sich kein einziger Ausbildungsberuf aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Auch in Studiengängen wie beispielsweise Ingenieurwissenschaften oder Informatik sind Frauen deutlich unterrepräsentiert.
Ausgehend von den USA findet seit mehreren Jahren in Deutschland an jedem vierten Donnerstag im April ein Girls’ Day statt. Er verfolgt das Ziel, Mädchen neue berufliche Perspekti-ven zu eröffnen. Hieran beteiligt sich eine jährlich wachsende Zahl von Unternehmen und Organisationen, wozu seit einigen Jahren auch der Landkreis Fulda zählt. In den vergangenen Jahren haben bundesweit 650.000 Mädchen teilgenommen. Davon beurteilten 90 Prozent den Girls’ Day als gut oder sehr gut.
Am 24. April ist es wieder soweit. Der Landkreis Fulda bietet interessierten Schülerinnen ab der fünften Klasse die Möglichkeit, die vielfältigen Aufgabengebiete der Kreisverwaltung mit dem Schwergewicht Technik sowie Natur- und Ingenieurwissenschaften kennen zu lernen. Nach Angaben des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Heiko Wingenfeld laufen derzeit die Vor-bereitungen. Wer am Mädchen-Aktionstag teilnehmen möchte, sollte sich frühzeitig unter der Telefonnummer 0661/6006-343 melden.
Der Landkreis wolle durch die Beteiligung am Girls’ Day einen Beitrag zur Erweiterung des Berufswahlspektrums von Mädchen um zukunftsträchtige Bereiche leisten, die diese bisher zu wenig in Betracht gezogen hätten, so Dr. Wingenfeld. Langfristig solle damit der weibliche Beschäftigungsanteil in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften erhöht werden. Gerade in technischen und techniknahen Berufen fehle aufgrund des demografischen Wan-dels zunehmend der qualifizierte Nachwuchs.