Fulda. Aufmerksam und gespannt schauen Fabian, Lina, Dorothea, Natalie und Kilian durch ihr Mikroskop auf das, was sie näher erforschen wollen: Schwarze, graue oder bräunliche Steine mit interessanten Einschlüssen wie Muscheln oder anderen Lebewesen aus den Anfängen der Erdzeit. Alle fünf machen mit bei der Initiative des Vonderau Museums „Kinder führen Kinder“.Diplompädagogin Susanne Diehl und Museumspädagogin Kornelia Wagner haben das Konzept ausgetüftelt, um Kindern und Jugendlichen das Museum einmal anders näherzubringen – von Gleichaltrigen.
Während des Internationalen Museumstages 2007 hat es den ersten Probelauf für Jugendliche mit den Schwestern Sophia (14) und Antonia (17) unter dem Titel „Unsere Lieblingsplätze im Museum“ gegeben. Die Besucher sind schlichtweg begeistert gewesen und so haben Diehl und Wagner die Idee auch für Jüngere aufgegriffen.
Das fünfköpfige Forscherteam – alle im Alter von 9 Jahren – haben das Museum schon als „Testkinder“ der Bruno-Brummsel-Museumsrallye kennen gelernt. Was interessiert Kinder? Was interessiert mich? Damit haben sich Fabian, Lena, Dorothea, Natalie und Kilian bei der nächsten „Schnupperrunde“ im Vonderau Museum beschäftigt, beim 3. Durchgang die bunte Welt „von Steinen und Fossilien“ entdeckt, erforscht, beschrieben, verglichen und untersucht. Eine neue Welt tut sich für die Fünf auf und noch größer ist die Überraschung, als Fuldas OB und Kulturdezernent Gerhard Möller die jungen Entdecker in ihrer ruhigen Forscherecke im Museum besucht.
„Was, im Erdmittelalter seid ihr?“, fragt staunend der OB. „Schaut ihr draußen bei Euch zu Hause oder vielleicht in der Rhön auch nach, ob ihr so etwas findet?“, möchte er wissen und bekommt gleich ein begeistertes „Ja“ zur Antwort. Möller, der selbst Vater von vier Kindern ist, hat sich Zeit genommen für die jungen Nachwuchsforscher. Er spürt ihre Begeisterung, lässt sie auf sich wirken, setzt sich dazu und macht mit, wenn Kilian über das Mikroskop auf Zeitreise geht. Dank des engagierten Einsatzes des Museumsteams und Susanne Diehls kann das Museum ein solch adäquates Angebot bieten.
Carl Wilhelm Voigt, der Geologe, der schon 1782 geologische Untersuchungen im Hochstift vorgenommen hat oder seine Nachfolger Leopold von Buch und Karl Cäsar von Leonhard und noch andere mehr hätten ihre Freude am Wissenshunger der Kinder im Vonderau Museum gehabt. Als kleine Ermunterung, weiterzumachen, überreichte ihnen Fuldas Kulturdezernent einen Ausweis als Museumsführer: „Dann dürft ihr jederzeit kostenlos ins Vonderau Museum, schauen, entdecken und Euch fit für die machen, denen ihr vielleicht in Zukunft zeigen werdet, welche Schätze im Museum auf sie warten.“
Außerdem hat der OB für jeden noch eine kleine Schachtel mit Steinen als besonderes Geschenk parat. „Ob die bei Euch zu Hause vielleicht noch wachsen?“, schmunzelt der OB und wird von einem der Mädels überrascht mit der Frage: „Wussten Sie, dass es hier im Museum singende Fische gibt?“ Flugs ist die singende Fischattrappe aus dem Karton geholt und sorgt für ein fröhliches Lachen in der Runde.