Berlin. Zum zweiten Mal zeichnete die IHK-Organisation die besten Azubis Deutschlands aus. Die 231 Top-Absolventen in den IHK-Berufen ließen sich am Mittwochabend im Berliner Palais am Funkturm für ihre herausragenden Leistungen feiern. Als jahrgangsbeste Floristin wurde Kristin Bernhard geehrt. Die ehemalige Auszubildende vom Blumenfachgeschäft „Im Blumentöpfchen“ in Poppenhausen glänzte mit 97 Punkten. DIHK-Präsident Ludwig-Georg Braun und Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, überreichten die Pokale und Urkunden.
„Mit allen besten Azubis unter Standing Ovations zur Musik „We are the Champions“ auf die Bühne zu gehen, ging schon unter die Haut, auch wenn wir unseren Auftritt im Vorfeld einmal geübt haben“, erzählt Kristin Bernhard mit glänzenden Augen. „Es war sehr aufregend für mich, vor so vielen Menschen, darunter zahlreiche Prominente, einzeln auf die Bühne zu treten und von Barbara Schöneberger interviewt zu werden. Die Anspannung war zunächst groß, aber wir sind dann relaxt von der Bühne gegangen.“ Und soviel steht fest: „Dieses Erlebnis werde ich nicht vergessen.“
Braun betonte in seiner Begrüßungsansprache, diese Ehrung demonstriere eindrucksvoll die Vielfalt der IHK-Berufe und die Leistungsfähigkeit der dualen Ausbildung: „Sie muss keineswegs vom Kopf auf die Füße gestellt werden, braucht aber Strukturreformen, um erfolgreich zu bleiben. Sie muss sowohl den Leistungsfähigen als auch den Leistungsschwächeren ein Angebot machen.“ Der DIHK-Präsident sprach sich für eine rasche Umsetzung des DIHK-Modells „Dual mit Wahl“ aus.
Die Festrede hielt Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Sie gratulierte den Absolventinnen und Absolventen zu ihren hervorragenden Leistungen und unterstrich in ihrer Rede: „Wir brauchen eine Berufsbildung, die ihre Impulse von diesen Beispielen guter Berufsbildungspraxis bezieht. Mit dem Engagement aller Verantwortlichen und Beteiligten, den Ländern, den Kammern, Verbänden, Schulen und der Bundesagentur für Arbeit wird die Bundesregierung die strukturellen Reformen und Förderprogramme konsequent absichern und fortführen. Wir wollen die Ausbildung transparenter, effizienter und flexibler gestalten und insbesondere die Durchlässigkeit verbessern.“
Alle Super-Azubis haben ihre Prüfung mit mindestens “sehr gut” bestanden – den Ausschlag gab die Gesamtpunktzahl. Über den Titel „Bundesbeste“ oder Bundesbester“ musste dann häufig sogar die zweite Stelle hinter dem Komma entscheiden. DIHK-Präsident Braun beglückwünschte die jungen Leute: „Sie haben eine Spitzenleistung vollbracht, auf die sie sehr stolz sein können. Sie sind die besten Prüfungsabsolventen Deutschlands 2007 in Ihrem Beruf – und das bei mehr als 320 000 Teilnehmern an den Abschlussprüfungen.“
Unter den insgesamt 231 Bundesbesten waren 152 junge Männer und 79 junge Frauen. In diesem Jahr waren alle Bundesländer mit mindestens einem Super-Azubi vertreten. Mit 58 Preisträgern lag Bayern vorn, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 44 Besten und Hessen mit 27 Preisträgern.
Über 1000 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. Darunter, neben den Super-Azubis und ihren Familienangehörigen, auch Vertreter der Ausbildungsbetriebe, des DIHK und der Industrie- und Handelskammern, der Berufsschulen und aus der Politik.
Braun würdigte den Anteil der Eltern am Erfolg ihrer Kinder und die Leistung der ausbildenden Betriebe, die nach der Veranstaltung eine Urkunde erhalten werden: „Keine Beste und kein Bester ohne einen engagierten Ausbildungsbetrieb. Die herausragende Leistung Ihres Azubis ist auch Ihre Leistung!”
Entertainerin Barbara Schöneberger führte mit viel Schwung und Humor durch den Abend. Die Ehrung auf höchster Ebene war ein aufregendes Erlebnis für die junge, innovative Floristin aus der Region, die heute in Düsseldorf arbeitet und ihre Ausbildungsleiterin Karin Wehner. Dank ihres handwerklichen, kreativen Geschicks und sehr guter Berufsschulnoten fiel die junge Frau ihrer Chefin bereits früh als überdurchschnittlicher Azubi auf.
Karin Wehner förderte die Wissbegier und den kreativen Tatendrang und meldete ihre Auszubildende bereits im zweiten Lehrjahr zum Azubi–Wettbewerb des dritten Lehrjahres am Blumengroßmarkt Frankfurt an. Mit nur einem Punkt Rückstand zum ersten Platz belegte sie hier den zweiten Platz. Ein Jahr später fungierte sie als Jurymitglied des Wettbewerbs. Weitere Wettbewerbe folgten. Im Juni 2006 wirkte Kristin Bernhard bereits als Helferin bei der Silbernen Rose Hessen in Bad Wildungen und im Mai 2007 im Helferteam von Sabine Haller bei der Dekoration zur Unesco Gala in Köln mit.
Ein toller, kurzweiliger Abend, der professionell organisiert war, fasst das Ehepaar Wehner seine Eindrücke von der Ehrung zusammen. „Die Moderation war Spitze und für uns war es besonders spannend, immer wieder andere Dialekte aus ganz Deutschland zu hören und die Vielfalt der Berufe zu erleben.“
Dabei begann die Karriere zunächst recht holprig. Bernhard wechselte erst zu Beginn des zweiten Lehrjahres von einem anderen Ausbildungsbetrieb ins Poppenhausener Blumentöpfchen. Die damals eher zurückhaltende junge Frau entwickelte sich hier schell zur kreativen Blumenfee.
Karin Wehner: „Als Ausbilderin musste ich lediglich ihren Wissendrang befriedigen und ihr Selbstvertrauen im Umgang mit den Kunden stärken.“ Die Leidenschaft für ihren Beruf brachte Kristin Bernhard bereits mit in die Ausbildung. Im Blumentöpfchen konnte sie dann von der langjährigen Erfahrung der Lehrmeisterin profitieren. Motivierend waren ebenfalls die vielen Erfolgserlebnisse durch das Anfertigen gelungener Werkstücke. Die hervorragende Gesellenprüfung war das Sahnehäubchen für die angehende Floristin.
Das hohe Engagement ihres Ausbildungsbetriebes, der Kristin Bernhard förderte und forderte, motivierte und ermutigte ist auch für Karin Wehner eine schöne Belohnung für ihr Engagement. Mit Leidenschaft und Freude auszubilden, ist das Rezept der Geschäftsfrau. Dass diese Einstellung Früchte trägt, zeigt die Ehrung.