Schönes aus Fulda. Als wahrlich zukunftsweisend erwies es sich, als Mitte der Siebziger Jahre aus Caritas und Kirche heraus die Entscheidung fiel, in Fulda eine Lehranstalt für Altenpflege aufzubauen und dadurch dieses damals völlig neue, gerade im Entstehen begriffene Berufsfeld maßgeblich mitzuprägen. Mit nur neun Schülerinnen und Schülern fing es an, mittlerweile ist die Lehranstalt 30 Jahre alt und eine in der Region geschätzte und etablierte Einrichtung zur Ausbildung kompetenter und fachlich umfassend geschulter Altenpfleger und Altenpflegerinnen, von denen bereits mehr als 400 die Einrichtung erfolgreich verließen.
Fotos (15): Sandra Günther und Dr. Christian Scharf
Die Entwicklung der Berufausbildung vom einjährigen Kurs zur schließlich dreijährigen Lehrzeit, die enge Zusammenarbeit der Altenpflegeheime mit der Lehranstalt – all das stellte Einrichtungsleiterin Gabriele Krieg-Hartmann in ihrem Vortrag anlässlich der kürzlich begangenen Jubiläumsfeier „30 Jahre Lehranstalt“ ausführlich dar. Zuvor hatte Dompfarrer Peter Hauser für die anwesenden Jubiläumsgäste einen Gottesdienst zelebriert, und der neue Caritasdirektor Dr. Markus Juch – gewissermaßen als eine seiner ersten Amtshandlungen, wie er es selbst feststellte – die Gäste zu der Feier offiziell begrüßt.
Dr. Juch hatte dabei unterstrichen, dass der katholische Wohlfahrtsverband zur Recht diese Ausbildung zur Altenpflege anbiete, denn so sei sicher gestellt, dass Schülerinnen und Schüler ihre spätere Tätigkeit nicht nur unter fachlichen sondern auch unter ethischen Aspekten kennenlernten. Nach einigen weiteren Grußworten – u.a von Verena Bernhard, Pflegedienstleiterin des Caritas Altenpflegeheims St. Josef und selbst ehemalige Schülerin der Lehranstalt, referierte die Osnabrücker Professorin Veronika Koch in ihrem Festvortrag über „Leistungen und Qualität in der Altenpflege – Perspektiven der beruflichen Entwicklung“.
In ihren Ausführungen machte sie deutlich, dass derzeit vieles in diesem Berufsfeld in Bewegung sei, und dass – um den viel beschworenen Pflegenotstand zu vermeiden – in der Tat einige Weichen gestellt werden müssten. Als mögliche Optionen für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Berufesfelds nannte sie eine allgemeine Grundausbildung zur Pflege und eine anschließende Spezialisierung, wobei Altenpflege eines dieser Spezialfelder darstellen würde.
Auch der Umgang mit dementen Menschen könnte eine solche Spezialisierung sein. Im Zuge der Umstellung auf Bacheleor- Studiengänge würde es – so die Professorin – auch sicher zu einer stärkeren Verzahnung mit dem universitären Bereich kommen: Veronika Koch sah darin eine gute Chance für die Lehranstalt, sich auch zukünftig als wichtiger Mosaikstein der Altenpflege-Ausbildung und als Partner der Hochschulen für die Praxisausbildung zu positionieren.
Das Schlusswort des Symposiums sprach Dr. Gertrude Haas-Scheuren, die maßgeblich am Schulaufbau beteiligt und langjährige Dozentin der Lehranstalt gewesen war. Musikalisch am Klavier umrahmt wurde das Symposium der Jubiläumsfeier vom Fuldaer Musiker Michael Wissenbach. (cif)Â